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16.06.2012

Bad Hersfelder Festspiele

Lechtenbrink feiert Comeback als König Lear

Mit der Premiere von Shakespares "König Lear", dargestellt von Volker Lechtenbrink, haben am Freitagabend die 62. Bad Hersfelder Festspiele begonnen. Zur Eröffnung gab's einen flammenden Appell für Europa.
 

Information

62. Festspiele Bad Hersfeld

15. Juni bis zum 5. August 2012
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EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erklärtze zum Auftakt des Freilicht-Theaterfestivals, dass auch die Festspiele einen Beitrag zur kulturellen Identität des Kontinents leisten könnten. Europa sei eine fasztinierende Erruingenschaft, um die gemeinsam gekämpft werden müsste, sagte der SPD-Politiker zwei Tage vor der für Europas Zukunft wegweisenden Griechenland-Wahl.

Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) blies in dasselbe Horn. Europa sei mehr als eine Wirtschafts- und Finanzgemeinschaft. "Es ist eine Kulturgemeinschaft." Festivals wie die Bad Hersfelder Festspiele seien denn auch so wichtig. "Kultur ist Urlaub für die Seele", erklärte Rentsch zur Eröffnung der Festspiele.
 

Probenbilder aus der Stiftsruine 

Szene aus "König Lear"
Szene aus "König Lear"
 
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"Starke Inhalte und gute Unterhaltung kein Widerspruch"

Video: Eröffnung der 62. Bad Hersfelder Festspiele 5:14 Min
(© hr | hessenschau, 15.06.2012)
Intendant Holk Freytag will vermitteln, "dass starke Inhalte und gute Unterhaltung kein Widerspruch sind". So stand zum Auftakt der Festspiele "König Lear" von Shakespare auf dem Programm. Dort feierte Volker Lechtenbrink vor rund 1.500 begeisterten Zuschauern seine Rückkehr auf die Bühne - 15 Jahre nach seinem Abgang im Streit als Intendant des Festivals.

1966 stand Lechtenbrink zum ersten Mal in der Stiftsruine auf der Bühne, 1981 führte er dort zum ersten Mal Regie geführt, und von 1995 bis 1997 war er Intendant. "Bad Hersfeld ist meine zweite künstlerische Heimat - nach Hamburg. Nach Bad Hersfeld zu kommen, war in meiner Zeit hier wie nach Hause zu kommen - und so wird es jetzt wieder", freute sich Volker Lechtenbrink im Vorfeld.

Viel Applaus für "König" Lechtenbrink

Bei der Premiere, die mehr als zwei Stunden dauerte, zeigte er dann auch eine meisterhafte Energieleistung mit enormer Bühnenpräsenz. Intendant Freytag führte zwar Regie, gespielt wurde aber Lechtenbrinks Fassung des Stücks. Entsprechend konnte der Schauspieler seine Vorstellungen gut umsetzen.

Für den "König" gab es Standing Ovations. "Das ist beglückend", freute sich Lechtenbrink. "Ich wollte 'König Lear' gut spielen, dass die Leute es spannend, berührend und auch komisch finden", sagte er. Der Schauspieler bekannte hernach, es sei mit "die schwerste Rolle, die ich bisher gespielt habe".
 

Volker Lechtenbrink: Schauspieler, Intendant, Regisseur 

1959: Die Brücke
1984: Volker Lechtenbrink
1997:  Volker Lechtenbrink in der Stiftsruine mit Eva Renzi, Ralf Wolter und Volkmar Kleinert
 
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"Ich war leider noch nie da"

Noch ein bekanntes Gesicht ist bei den Hersfelder Festspielen 2012 dabei: Ex-Fernsehmoderator, Schlagersänger und Schauspieler Michael Schanze spielt den Milchmann Tevje im Musical "Anatevka". Auf die freut sich Michael Schanze ganz besonders: "Ich war leider noch nie da", schreibt er in einer Mitteilung. Viele Schauspielkollegen schwärmten so von dem "schönsten Freilichttheater, das wir haben".

Für Regisseur Stefan Huber ist Schanze "ein großer Sympathieträger und mit seiner offenen, herzlichen und gleichzeitig melancholischen Ausstrahlung ist er für die Darstellung des Tevje geradezu prädestiniert." Er sei ein außergewöhnlicher Entertainer.
 

Zwei Stücke mit polnischem Regisseur

Intendant Freytag musste aber auch die Absage eines Charakterdarstellers hinnehmen. Der 83-jährige Schauspieler Ernst Stankovski musste sich einer Herzoperation unterziehen. Er sollte Mynheer Peeperkorn in Thomas Manns "Der Zauberberg" spielen. Regie in diesem Strück führt der polnische Star-Regisseur Janusz Kica, aufgeführt wird der Roman in der Bühnenbearbeitung von Vera Sturm und Hermann Beil. Kica leitet auch die Wiederaufnahme des Musical "Dschungelbuch", mit dem er im letzten Jahr das Publikum begeistern konnte.
 

Stücke von Eco und Enzensberger

Eine weitere Wiederaufnahme passt perfekt in die Stiftsruine: Umberto Ecos "Der Name der Rose" kommt in der Inszenierung von Holk Freytag und in der Besetzung mit Cyril Sjöström, Bernd Kuschmann und Andrea Cleven erneut zur Aufführung.

Auf eine Neuinszenierung dürfen die Besucher gespannt sein: "Der Untergang der Titanic" von Hans Magnus Enzensberger mit Anja Brünglinghaus, Heinrich Cuipers, Yara Hassan und anderen. Enzensberger nennt sein in 33 Gesänge aufgeteiltes Werk eine Komödie und beleuchtet darin den Untergang des Luxusschiffes aus verschiedenen Perspektiven und oft sehr ironisch. "Wer ertrinkt schon gern, noch dazu bei minus zwei Grad?", heißt es in dem Stück.
 
Begleitet werden die siebenwöchigen Festspiele von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Vorträgen, Diskussionen. Die Präsidentin a.D. des Bundesverfassungsgerichtes, Jutta Limbach, wird eine "Euorpa-Rede" halten. Zu Ende geht die diesjährige Saison am 5. August mit dem Songdrama "Ewig jung", dem Musical "Anatevka" und Enzensbergers "Der Untergang der Titanic".
 
Redaktion: nrc / nobl
Letzte Aktualisierung: 16.06.2012, 16:25 Uhr
 
 

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Maori (Bild:  picture-alliance/dpa)

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