Vom skrupellosen Betrüger zum ängstlichen Verfluchten: Eddy Murphy in "Noch Tausend Worte"
Einen Dauerdampfplauderer zum Schweigen bringen kann das gut gehen? Der Film "Noch Tausend Worte" versucht's. Egal wie man zu Eddie Murphy steht, in diesem Film überrascht er. Na ja, wenigstens ein bisschen.
Literaturagent Jack McCall ist ein echter Hollywood-Emporkömmling. Mit feinen Anzügen und unfeinen Manieren hat er es zu Ruhm und Reichtum gebracht, Lügen und Betrügen sind seine wichtigsten Talente. Er würde alles sagen um zu bekommen, was er will und wenn es nur ein schnelles, kostenloses Getränk im überfüllten Stehkaffee ist.
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McCall weiß vor allem, wie man mit zickigen Autoren umgeht. Deren Bücher vorher zu lesen, hält er für Zeitverschwendung. Lieber verspricht er einfach alles. Doch als er einem Sektenführer die Buchrechte für lukrative Lebenshilfe-Weisheiten abschwätzen will, gerät er an den Falschen. Dr. Sinja verhängt einen Fluch über Jack: Von nun an ist er mit einem Baum verbunden, der die Blätter verliert, wenn Jack redet. Der hat plötzlich noch tausend Worte übrig, um sein Leben grundlegend zu ändern. Nicht nur seine Frau findet es allerdings höchst merkwürdig, wie der geschwätzige Manager jetzt die blödesten Grimassen schneidet. Und sich auch sonst höchst ungewöhnlich verhält.
Trailer zur Verfügung gestellt von Filmtrailer.com
Komödien-Spezialist Brian Robbins versucht den großen Bogen zwischen albernem Slapstick und spiritueller Esoterik. Er schneidet seinen Film dabei genau auf seinen Star Eddy Murphy zu. Denn der kann nicht nur schnell und viel dummes Zeug reden, sondern auch sonst viel mit seinem Gesicht anstellen. Die Idee, Murphy mal zum Schweigen zu bringen, ist in der langen Karriere von Hollywoods Quasselstrippe Nummer Eins ganz charmant.
Wie sich das Blatt wendet, wenn die Blätter vom Baum fallen und Murphy auf einmal ein Blatt vor den Mund nimmt, ist amüsant, tut aber beim Zuschauen schon auch mal weh. Natürlich ist der Sektenführer genauso überzeichnet wie Murphy jede Bewegung übertreibt, und die erwünschte Spiritualität ist dadurch sehr überschaubar. Aber das "Einfach mal die Klappe halten" in einer hektischen Zeit über 90 Minuten Film durchzuhalten könnte zur Nachahmung anregen. Nehmen Sie die ganze Familie mit ins Kino und genießen Sie hinterher vielleicht mal kurz eine völlig ungewohnte Ruhe.