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4.07.2012

"2 Tage New York"

Familienbesuch auf französisch

Mit ihrem Regiedebüt "2 Tage Paris" hatte Julie Delpy einen unerwarteten Erfolg. Jetzt kommt "2 Tage New York" in die hessischen Premierenkinos. Wie sich die typischen Franzosen im Big Apple mit seinen ganzen Untiefen zurecht finden, liefert genug Stoff für eine Sommerkomödie.
 
Marion lebt mit ihrem neuen Freund in New York. Mingus hat eine Tochter, sie bringt einen Sohn mit. Eigentlich funktioniert die weiß-schwarze Patchwork Familie ganz gut, auch Paris vermisst die Französin fast gar nicht. Dann kündigt sich ihre Familie, der kauzige Vater, die neurotische Schwester und ihr ziemlich rotziger Ex-Freund zum Kurzbesuch an. Schon am Zoll beginnen die Probleme – Albert hat streng riechende und typisch französische Mitbringsel im Gepäck versteckt.
 

Szenen aus "2 Tage New York" 

Marion (Julie Delpy), Mingus (Chris Rock) und Marions Vater (Albert Delpy) bei Marions Ausstellung
Noch gibt es ruhige Tage im Bett für Marion (Julie Delpy) und Mingus (Chris Rock)
Marion (Julie Delpy) freut sich auf ihre französische Familie
 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (14 Bilder)
 
Audio: 2 Tage New York: Nichts für zimperliche Leute 2:20 Min
(© Hessischer Rundfunk, 05.07.2012)
Auch ohne Käse und Wurst werden die Tage in New York zu einer echten Herausforderung für alle Familienmitglieder. Zwischen Frankreich und den USA liegt mehr als ein Kulturschock und es braucht nicht mal zwei Tage, um das herauszufinden. Mit sprachlichen Missverständnissen fängt es an, mit gut gepflegten Vorurteilen geht es weiter und mit gut gepflegten kulturellen und gesellschaftlichen Gräben ist es noch lange nicht zuende.
 

Nichts für zimperliche Leute

Information

"2 Tage New York" (USA 2012)

Regie: Julie Delpy

mit Julie Delpy, Chris Rock, Alexia Landeau, Albert Delpy, Alex Nahon und als Gast Daniel Brühl
ca. 90 Min.

Kinostart: 5. Juli 2012
Julie Delpy ist eine gute Schauspielerin. Als Regisseurin hat vor fünf Jahren begeistert, als sie zu "2 Tagen Paris" einlud, eine Komödie, die international begeisterte – mit Boshaftigkeit und Wortwitz. Daran will sie mit "2 Tagen New York" anknüpfen, was ihr allerdings nicht wirklich gelingt.

Chris Rock als neuer Lebensabschnittsbegleiter ist zwar gut, aber nicht so überzeugend wie Vorgänger Adam Goldberg. Banalitäten münden in mittleren Katastrophen, Vorurteile geben genug Gelegenheiten für irrwitzige Situationen, in denen keiner zimperlich sein darf. Und schon gar nicht politisch korrekt. Auch nicht die Zuschauer, es wird zuweilen recht derb.

Aber irgendwie kann man dieser Chaos-Familie nicht böse sein. Delpy wirft mit Lust mit Klischees um sich, Screwball ist halt sehr direkt, überdreht und in diesem Fall durchaus auch mal charmant. Nachfolgerin von Woody Allen, wie sie jetzt schon mal genannt wird, ist Julie Delpy deshalb aber noch lange nicht.

Ein Beitrag von Daniella Baumeister in hr1
 
Redaktion: nrc
Letzte Aktualisierung: 6.07.2012, 14:03 Uhr
 
 

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