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13.07.2012

Bad Hersfelder Festspiele

Auf zum letzten Abendmahl

Leute auf Bühne (Bild: Iko Freese / drama-berlin.de)
Szene aus dem "Untergang der Titanic"
Bei den Bad Hersfelder Festspielen hat das Stück "Der Untergang der Titanic" von Hans Magnus Enzensberger Premiere. Bei einem ganz besonderen Dinner können sich die Zuschauer auf das Stück einstimmen.
 

Information

Der Untergang der Titanic

Premiere: 13. Juli 2012, 21 Uhr

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Im Restaurant "Konrads", direkt gegenüber der Schildehalle in Bad Hersfeld, kann sich jeder Gast in die Atmosphäre an Bord der Titanic eitauchen. Möwen kreisen über den Tellern, Strandgut schmückt die Tische und am Fenster hängt ein ziemlich dünner Rettungsring. Dazu wird ein Essen in Anlehnung an das Originalmenü auf der letzten Fahrt des Luxusdampfers gereicht.

Die Vorspeise: Blattsalat in Champagner-Safran-Vinaigrette mit pochierten Lachsstreifen. In der Küche brutzelt derweil das Hauptgericht: Lendenfilet vom Rind auf Calvados-Apfel-Soße mit Minterbsen und Kartoffeln. Die Nachspeise: Schokoladen-Eclairs mit Vanillecreme-Fülling an karamelisiertem Pfirsich. Und dann gibt es das Theaterstück "Untergang der Titanic".
 

Enzensbergers ironischer Blick

Die Idee zu dieser Einstimmung auf das Stück hatte Festspiel-Intendant Holk Freytag, der dabei auch an seinen Vater dachte, einen Kapitän: "Der hat immer gesagt: 'Das ist die lückenloseste Kette von Dummheit in der Geschichte der Schifffahrt. Zum Beispiel der Ausguck, der kein Fernglas hatte. Die Notrufe, die liegen blieben, weil die Reichen aus der Ersten Klasse ihre Privatdepeschen nach New York schicken wollten. Hintergrund ist, dass Funken damals sehr teuer war, und das mussten sie teuer bezahlen. Kommerz vor Rettung. Das wollen wir mit einem gewissen Humor reflektieren, denn ich glaube, mit Ernsthaftigkeit haben wir lange genug argumentiert, jetzt können wir anfangen, die Leute auszulachen."

Genau das tut der Autor Hans Magnus Enzensberger. In Anlehnung an Dantes "Göttliche Komödie" beleuchtet er das Drama um das vermeintlich unsinkbare Schiff ironisch aus verschiedenen Perspektiven. Der Finne Cyril Elias Sjöström spielt die Hauptrolle: "Wenn man den Film jetzt nochmal sieht, dann fallen einem auch Dinge auf, die damals sehr dramatisch gewesen sind und heute irre komisch. Sowas benutzen wir auch in diesem Stück."
 

Technikglaube in Frage gestellt

Und darum geht es: Auf der Bühne in der Schildehalle treten sechs Darsteller auf, die in die Rollen von Menschen schlüpfen, deren Namen tatsächlich auf der Passagierliste des Ozeanriesen standen. Sie betrachten das Unglück und die damit verbundenen Schicksale aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und fragen nach Ursachen und Folgen und stellen den Technikglauben des Menschen in Frage.

Unter Verwendung eines Berichts von Petra Klostermann in hr4.
 
Redaktion: sofo
Bild: © Iko Freese / drama-berlin.de
Letzte Aktualisierung: 13.07.2012, 14:33 Uhr
 
 

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