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29.11.2012

Kinostart für "Festung"

Wenn der Vater zuschlägt

Elisa Essig in "Festung" (Bild: Kordes&Kordes-Film Christine A. Maier)
Elisa Essig in "Festung"
Häusliche Gewalt - ein schmerzhaftes, oft tragisches Thema. Behutsam geht es der Spielfilm "Festung" an. Gedreht wurde das Filmdrama in Heppenheim und Umgebung. Die 13-jährige Hauptdarstellerin Elisa Essig stammt aus Grasellenbach.
 
Elisa Essig hat vor den Dreharbeiten zu "Festung" für die ZDF-Reihe "Das kleine Fernsehspiel" gerade ein paar Mal auf der Heimatbühne ihres Wohnortes Grasellenbach gestanden. Und eigentlich wollte sie sich auch nur als Komparsin casten lassen. Aber sie hat die finnische Regisseurin Kirsi Liimatainen und die Produzenten sofort überzeugt und konnte sich für die Rolle der zweitjüngsten Schwester gegen rund 800 Mitbewerberinnen durchsetzen.
 

Szenen aus "Festung" 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (11 Bilder)
 

Information

Festung

Regie: Kirsi Marie Liimatainen
Mit: Ursina Lardi, Peter Lohmeyer, Elisa Essig, Ansgar Göbel,Antonia T. Pankow, Karoline Herfurth, Bernd Michael Lade u.v.m.
Redaktion: ZDF/ Das kleine Fernsehspiel, Jörg Schneider

Zu sehen im Filmtheater Valentin - Frankfurt/Höchst
Vom 29.11. bis 5.12.2012
jeweils um 18.00 Uhr
"Die Dreharbeiten zu 'Festung' waren für mich als Anfängerin eine ungeheure Erfahrung", sagte sie auf einer Pressekonferenz am Dienstag. "Trotz des schwierigen Themas hatten wir viel Spaß in dem tollen Team. Ein großes Glück war es, mit so erfahrenen Schauspielern zu arbeiten. Von ihnen habe ich viel gelernt. In der Figur der Johanna habe ich das Thema Gewalt mit mir bisher unbekannten Augen kennengelernt, und ich denke, man geht viel wachsamer durch das Leben."

Das tolle Team, das waren unter anderem Peter Lohmeyer, der Robert, einen alkoholkranken, gewalttätigen Vater spielt, und Ursina Lardi, die die Rolle der misshandelten Frau übernommen hat. Claudia, die älteste von drei Schwestern, spielt Karoline Herfurth.



Trailer zur Verfügung gestellt von Filmtrailer.com
 

Ein oft totgeschwiegenes Thema

Behutsam, einfühlsam, nie klischeehaft behandelt der Film das komplizierte Geflecht häuslicher Gewalt: Seit Vater Robert (Peter Lohmeyer) nicht mehr bei seiner Familie lebt, ist das Leben zwar ruhiger, aber nicht weniger kompliziert geworden. Die 13-jährige Johanna (Elisa Essig) muss auf ihre kleinere Schwester Moni (Antonia Pankow) und ihre Mutter (Ursina Lardi) aufpassen. Die Älteste, Claudia (Karoline Herfurth), ist von zuhause weggeflohen und kommt nur, um zu provozieren .Für unbeschwerte Teenager-Aktivitäten bleibt Johanna keine Zeit. Als der gewalttätige Vater wieder in das Familienhaus zurückkehrt, kochen die alten Konflikte wieder hoch. Gleichzeitig verliebt sich Johanna in ihren Mitschüler Christian, was zu weiteren Unruhen innerhalb der Familie führt. Johanna trifft eine verhängnisvolle Entscheidung.
 

"Ausbrechen ist möglich"

Der Film ist nicht nur für Elisa Essig ein Debüt, auch für die finnische Regisseurin Kirsi Marie Liimatainen: "Die Geschichte 'Festung' kann unabhängig von sozialer Schicht, Tradition oder Kultur in jeder Familie passieren. Ich habe selbst Gewalt in der Familie erlebt und komme aus einem Land, wo Alkohol und Gewalt die größten Ursachen für Tragödien in den Familien sind. Mit dem Film 'Festung' will ich das Tabuthema ans Licht bringen und wachrütteln: Auszubrechen ist möglich!"

Das von Nicole Armbruster verfasste Drehbuch zu "Festung" ist bereits mit dem "Thomas Strittmacher Drehbuchpreis 2010" ausgezeichnet worden. Regisseurin Kirsi Marie Liimatainen ist für den "Deutschen Regiepreis METROPOLIS" für die "Beste Regie Nachwus" nominiert und der Film hat beim LUCAS-Filmfestival eine "Lobende Erwähnung" erhalten.
 

Unterstützung von der hessischen Filmförderung

"Festung", sagte die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann (CDU) am Dienstag in Wiesbaden, sei ein Vorzeigeprojekt der hessischen Filmförderung, da er über asd Kinoereignis hinaus Impulse geben könne: "So haben der Landespräventionsrat, die Koordinierungsstelle gegen häusliche Gewalt und das Referat Prävention und Schutz vor Gewalt eine breite Verwertung dieses Familiendramas in den verschiedenen Gremien bis hin zur Sichtung und Diskussion etwa in den Oberstufen der Schulen angeregt. Die 400.000 Euro Fördermittel aus HessenInvestFilm sind in jeder Hinsicht gut angelegtes Geld", so die Ministerin. Auch die Wirtschaftsförderung Bergstraße sowie die Film Commission Hessen haben die Produktion finanziell unterstützt.
 
Redaktion: nrc
Bild: © Kordes&Kordes-Film Christine A. Maier
Letzte Aktualisierung: 29.11.2012, 17:18 Uhr
 
 

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