Opernintendant Bernd Loebe hat ein Gespür für gute, junge Stimmen. Seit er in Frankfurt das Heft in der Hand hält, hat die Oper mehrere Auszeichnungen erhalten und oft ein volles Haus. Seine Karriere startete er als hr-Musikredakteur.
Bernd Loebe kam am 15. Dezember 1952 in Frankfurt zur Welt. Als Kind saß er schon am Klavier. Doch zunächst lernte er etwas "Ordentliches". Nach dem Abitur studierte er Jura, nebenher nahm er privaten Klavierunterricht.
Vom Journalisten zum Opernchef im hr
Die Juristerei war dann aber doch nichts für den musikalischen Mann. Also arbeitete er als Musikjournalist: von 1975 bis 1980 als freier Mitarbeiter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Opernwelt", aber auch beim Hessischen Rundfunk. Und da gefiel es ihm am besten, da wurde er Redakteur in der Musikabteilung und übernahm später die Opernredaktion, entwickelte neue Sendeformate rund um das Thema Musiktheater und berichtete regelmäßig von den Bayreuther, den Salzburger und anderen internationalen Musikfestspielen.
Ruf nach Brüssel
In den elf Jahren dieser Tätigkeit hat er sich zu einem ganz außerordentlichen Kenner von Sängern und Stimmen entwickelt. Auch deshalb kam wohl 1990 der Ruf aus Brüssel: Der damalige Intendant Gérard Mortier des Théâtre Royal de la Monnaie berief ihn 1990 als künstlerischen Direktor an seine renommiertes Haus. Seither pflegt Bernd Loebe exzellente Kontakte zur internationalen Sängerwelt, gilt als verständiger Dramaturg, effektiver Manager und angesichts seiner umfangreichen Stimmen-Kenntnisse als guter Talentscout.
Zwischen Unerhörtem und alten Hits
2002 übernahm Bernd Loebe die Intendanz der Oper Frankfurt, wo er den vorzeitig aus dem Amt ausgeschiedenen Martin Steinhoff ablöste. Zurückblickend auf die vergangenen zehn Jahren kann Bernd Loebe stolz auf das sein, was "seine" Oper Frankfurt auszeichnet: Sehr viel mehr Publikum wurde ans Haus gebunden, die musikalische Qualität hat sich deutlich verbessert, die Oper wurde mehrmals zur "Oper des Jahres" gekürt. Jedes Jahr gelingt von Neuem ein interessanter, ausgewogener Spielplan mit sowohl ungewohnten Stücken als auch publikumsträchtigen "Hits".
Bereits zwei Mal hat Loebe den Vertrag in seiner Geburtsstadt verlängert. Bis 2018 dürfen ihn die Frankfurter auf jeden Fall noch behalten.