Oscarpreisträger Daniel Day-Lewis spielt Abraham Lincoln.
US-Präsident Abraham Lincoln hat seinerzeit den blutigen Bürgerkrieg beendet und die Sklaverei abgeschafft. Dafür wurde er ermordet. Regisseur Steven Spielberg hat ihm mit "Lincoln" ein filmisches Denkmal gesetzt, das für zwölf Oscars nominiert ist.
1865 in den USA tobt der blutigste Krieg der amerikanischen Geschichte, in keinem anderen Krieg sterben so viele Soldaten wie im Unabhängigkeitskrieg und von "vereinigten" Staaten ist zu der Zeit nicht viel zu spüren. Über die Frage, ob die Sklaverei erhalten bleiben soll, zerstreiten sich Staaten, Politiker, Familien, die Demokratie steht auf dem Spiel. Für Präsident Abraham Lincoln stellt sich diese Frage nicht, er will die Sklaverei in einem Verfassungsanhang abschaffen und Gleichheit und Freiheit für alle gesetzlich festschreiben. Das muss er aber erst mal durch den Kongress bringen. Das Risiko für den Präsidenten ist groß.
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Republikaner und Demokraten sind hoffnungslos zerstritten. Der Präsident will unbedingt ein Gesetz durchboxen, es wird von allen Seiten blockiert. Was klingt wie heute, ist Vergangenheit: Wir befinden uns in den USA im Jahr 1865. Mitten im blutigsten Krieg der amerikanischen Geschichte will Präsident Lincoln die Sklaverei abschaffen. "Der Kongress darf nie jene für gleich erklärenn, die vom Schöpfer ungleich geschaffen wurden", ereifert sich ein politischer Gegner. "Du willst den Artikel abschaffen, um die Sklaverei abzuschaffen?", fragt seine Frau verängstigt. "Niemand wurde jemals vom Volk so sehr geliebt wie du. Verschwende diese Macht nicht."
Käme es tatsächlich zur Abstimmung, wäre Lincoln auf die Hilfe der Demokraten angewiesen. Die Frage der Sklaverei spaltet die Nation. Abraham Lincoln will die historische Verfassungsänderung um jeden Preis durch den widerstrebenden Kongress peitschen. Er will aber auch Demokratie sichern, den Norden mit dem Süden wieder vereinen und den Krieg beenden.
Trailer zur Verfügung gestellt von Filmtrailer.com
Steven Spielberg hat ein politisches Kammerspiel inszeniert und dabei auf kleinste Details in Dialogen und Ausstattung geachtet. Am Anfang zeigt er schreckliche Bilder vom blutigsten Krieg der amerikanischen Geschichte, dann zeigt er einen großen Staatsmann, der mit allen Tricks arbeitet, um sein Ziel durchzusetzen, einen verzweifelten Vater, der seine Söhne verliert, und einen zerrissenen Ehemann, der um seine Ehe kämpft, einen Menschen, der skrupellos ist, aber auch Schwächen hat.
Information
Lincoln (USA, 2012)
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Sally Field, David Strathairn, Tommy Lee Jones
Länge: 105 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 24. Januar 2013
Schauspieler Daniel Day-Lewis ist eine faszinierende Lincoln-Reinkarnation. Allerdings kann es ganz schön lang werden, wenn Männer in Bärten und altmodischen Anzügen sich zweieinhalb Stunden rhetorischen Schmutz an den Kopf werfen.
Richtig anstrengend wird Spielbergs leidenschaftlicher Patriotismus, wenn man sich mit amerikanischer Geschichte nicht so gut auskennt, denn dass Kino auch unterhalten soll und darf, das hat Spielberg in seiner Mission für die Demokratie bisweilen vergessen.
"Lincoln" ist ein hochpolitisches, spannendes, zuweilen sogar humorvolles Lehrstück, mit dem Spielberg zeigt, so viel hat sich in 150 Jahren nicht geändert, und das man sich gut anschauen kann, wenn man sich für genau das und für die politischen und geschichtlichen Zusammenhänge interessiert. Wenn man endlose Debatten aber nicht erträgt, kann Lincoln bei aller Kritiker-Euphorie schnell langweilen.