Die Schriftsteller Frank Witzel und Pete Smith bekommen den Robert-Gernhardt-Preis 2012. Der eine "sprachlich virtuos", der andere so dialogsicher, dass man seinen Roman "zu Ende lesen möchte", so das Urteil der Jury.
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Preisverleihung
Der mit insgesamt 24.000 Euro dotierte Preis wird am 5. September in der Frankfurter Naxoshalle überreicht.
Witzel erhalte die Ehrung für sein Romanprojekt "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969", Smith für sein geplantes Werk "Endspiel". Das teilte das hessische Wissenschaftsministerium in Wiesbaden mit. Beide lieferten mit ihren Büchern "außergewöhnliche Auseinandersetzungen mit der gesellschaftlichen und historischen Realität", sagte Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU).
"Sprachlich virtuos und wagemutig"
Witzel, 1955 in Wiesbaden geboren, beschäftigt sich in seinem neuen auf 1.000 Seiten angelegten Romanprojekt mit den 1960er Jahren der Bundesrepublik aus der Sicht eines Dreizehnjährigen. Die Jury lobte seine "sprachliche Virtuosität und den Wagemut", bekannten Geschichten durch eine außergewöhnliche Erzählperspektive verblüffende Elemente abzugewinnen. Witzel hatte zuletzt den Roman "Vondenloh" (2008) und gemeinsam mit anderen Autoren den Essay-Band "Die Bundesrepublik Deutschland" (2009) veröffentlicht.
Smith (Jahrgang 1960), der in Frankfurt lebt, hat zuletzt die Werke "So voller Wut" (2009) und "Arm sind die anderen" (2011) veröffentlicht. In dem nun ausgezeichneten Roman erzähle er spannend und mit genauer Beobachtungsgabe "von der folgenreichen Begegnung eines jungen, fußballbegeisterten Geschichtswissenschaftlers im Weltmeisterschaftssommer 2010 mit einer älteren Dame", erklärte die Jury. Sie wählte Smith und Witzel unter 82 Bewerbungen aus.
Gezielt Autoren aus Hessen fördern
Der 2009 erstmals verliehene Robert-Gernhardt-Preis soll Autoren aus Hessen die Verwirklichung größerer literarischer Projekte ermöglichen. Die Auszeichnung ist nach dem 2006 in Frankfurt gestorbenen Autor, Zeichner und Maler Robert Gernhardt benannt.
Das Preisgeld wurde von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen gestiftet. Jurymitglieder sind die Autorin Eva Demski, der Literaturkritiker Christoph Schröder (beide Frankfurt) und der Literaturwissenschaftler Karl Heinz Götze (Aix-en-Provence). Bisherige Preisträger sind unter anderen Peter Kurzeck, Andreas Martin Widmann und im vergangenen Jahr Thomas Gsella und Matthias Göritz.