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27.07.2012

Zweites Papst-Cover der "Titanic"

Betatscht und abgeknutscht

Das neue "Titanic"-Cover der August-Ausgabe (Bild: TITANIC-Verlag)
Das neue "Titanic"-Cover der August-Ausgabe
Die "Titanic" legt nach: Nachdem der Papst eine einstweilige Verfügung gegen das Cover der letzten Ausgabe des Frankfurter Satire-Magazins erwirkt hat, folgt nun ein weiteres Titelblatt mit dem Papst. Dies sei aber juristisch geprüft, sagte Chefredakteur Leo Fischer gegenüber hr-online.
 
Streitpunkt zwischen Papst und dem Magazin waren die Vorder- und Rückseite der letzten "Titanic"-Ausgabe, die den Titel trägt: "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden." Das Blatt zeigte den Papst einmal von vorn und einmal von hinten: Von vorn war er gelb bekleckert, von hinten braun, jeweils in der Leibesmitte.
 

"Bis vor's Jüngste Gericht"

Der Papst fühlte sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und beauftragte eine Bonner Anwaltskanzlei, eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Das Hamburger Landgericht entsprach dem Antrag - die "Titanic" änderte daraufhin das Titelblatt ab: Darauf hatte der Papst nun zwei Fanta-Flaschen in der Hand, besudelt war er nicht mehr. Die Redaktion legte Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung ein, die ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro vorsah, und kündigte an, notfalls "bis vor's Jüngste Gericht" zu gehen - auch wenn es, wie in diesem Fall, in Hamburg tagt.
 

Hände und Küsse

Das Cover der August-Ausgabe zeigt nun Papst Benedikt XVI., dessen Soutane voll von Handabdrücken in Fingerfarben und roten Kussmündern ist. Betitelt ist das Bild mit "Kein Grund zum Klagen: Der Papst bleibt sauber".
 

"Eindeutige Liebeserklärung"

Auch dieses Cover ist durchaus anzüglich. Doch Leo Fischer, der für die Inhalte des Magazins verantwortlich ist, erklärte gegenüber hr-online, dass dieses Mal das Cover vor der Publikation juristisch geprüft worden sei. "Wir halten dieses Cover für eine eindeutige Liebeserklärung an den Papst, die dieser eigentlich nicht missverstehen kann", so Fischer.
 

15 Seiten Widerspruch

Nach dem aktuellen Stand der Auseinandersetzung rund um die einstweilige Verfügung befragt, erklärte Fischer, dass am kommenden Montag das Landgericht Hamburg den Widerspruch der Redaktion prüfen werde. Danach würde ein mündlicher Verhandlungstermin festgesetzt, "es sei denn, dass das Landgericht kein einziges unserer Gegenargumente anerkennt", so Fischer. Aber immerhin umfasse der Widerspruch der Redaktion 15 Seiten, und er glaube nicht, dass die Richter darin auf der Suche nach einem anerkennenswerten Argument nicht fündig werden könnten.
 

"Ich halte beim Papst alles für möglich"

Auf die Frage, ob er nicht eine ähnliche Reaktion von Seiten des Papstes wie auf das erste Cover erwarte, sagte Fischer: "Zurzeit halte ich beim Papst alles für möglich, und ich befürchte, dass es zu einer weiteren, angespannten Reaktion kommen kann."
 
Redaktion: nrc
Bild: © TITANIC-Verlag
Letzte Aktualisierung: 27.07.2012, 14:00 Uhr
 
 

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