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Weltberühmt: Die Märchen der Brüder Grimm (Bild: )
Weltberühmt: Die Märchen der Brüder Grimm

Theater, Musik, Kunst

Kassel rüstet sich fürs Grimm-Jahr

Im Jahr 2013 dreht sich in Nordhessen alles um die Brüder Grimm, die mit Unterbrechungen von 1798 bis 1841 in Kassel lebten und arbeiteten. Auftakt ist am 20. Dezember, wenn ihre Kinder- und Hausmärchen 200 Jahre alt werden.
 
Audio: Grimm-Jahr 2013: "Jeder kennt die Brüder Grimm" 3:57 Min
(© Michael Przibilla/hr, 17.12.2012)
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Das Grimm-Jahr 2013 beginnt bereits am 20. Dezember 2012, dem Jubiläumstag, an dem vor 200 Jahren die Märchen der Brüder Grimm zum ersten Mal erschienen sind. Gefeiert wird das vom Land Hessen und der Stadt Kassel mit einem Festakt im Kasseler Staatstheater. Dabei wird auch die Märchenoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperding aufgeführt.

Hänsel und Gretel, Dornröschen oder Rotkäppchen: All diese Märchen haben vor 200 Jahren in der Fassung der Grimms ihren weltweiten Siegeszug angetreten. Gesammelt und bearbeitet wurden die Märchen in Kassel, wo Wilhelm und Jakob lange gelebt haben. Deshalb wird dort in der dokumenta-Halle von April bis September die große Landesausstellung "Expedition Grimm" gezeigt. Sie soll die Vielfältigkeit des Brüderpaars erlebbar machen, die nicht nur Märchensammler, sondern auch bedeutende Wissenschaftler, Bibliothekare und Diplomaten waren.
 

Brüder Grimm, so weit das Auge reicht 

 
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Brüder Grimm als Aushängeschild für Hessen

Audio: Hanau, Marburg, Kassel - wohin passen die Grimms? 3:22 Min
(© Michael Przibilla/hr, 19.12.2012)
Ernst Wegener vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst: "Grimm bietet sich an als kulturhistorische Klammer wie kein anderes Thema in Hessen. Und deswegen sind wir natürlich vom Land aus auch sehr daran interessiert, gerade dieses Thema gut zu befördern, um auch einen gewissen kulturellen Zusammenhalt für Hessen zu zeigen. Und es ist unser Interesse vom Land, dass wir ein wichtiges kulturhistorisches Phänomen auch gut nach außen transportieren."

Die Grimms mit ihren Lebensstationen in Hanau, Steinau, Marburg und Kassel sind ein Aushängeschild Hessens erster Güte, sagt der Mann vom Ministerium. Das soll den Hessen bewusst gemacht und der Welt gezeigt werden. "Was die Grimms am interessantesten macht sind natürlich die Märchen", erklärt Ernst Wegener. "Die sind in alle Welt verbreitet worden, insofern kennt jeder die Brüder Grimm. Sie lassen sich einfach gut deswegen vermarkten, weil jeder sie gelesen hat und von den Grimmschen Märchen begeistert ist. Die Grimmschen Märchen gehen wirklich unter die Haut. Sie sprechen Kinder an, weil sie an Emotionen rühren, die man kaum wissenschaftlich erfassen kann, aber die einfach eine Tatsache sind. Und das macht sie so enorm spannend."
 

Über 60 Veranstaltungen

Überall entlang der deutschen Märchenstraße, die zu einem großen Teil in Hessen verläuft, werden Veranstaltungen geplant. Besonders ins Auge fällt dabei das Festival "Grimm 2013", das an verschiedenen Orten Nordhessens veranstaltet wird – mit über 60 Musik-, Theater- und Literaturveranstaltungen. Intendantin Maren Matthes will die gesamte Region in ein großes Märchenland verwandeln. "Die größte Produktion, die wir in Auftrag gegeben haben, ist Schattenwald, eine poetische Wanderung durch den nächtlichen Wald. Und auf diesem Parcours wird es Musik geben, werden Tableu Vivants gezeigt, wird es Installationen geben, Performances, Lesungen. Und das Publikum wird hindurch geleitet und wir möchten, dass sie am Ende verzaubert sind. Das sie anders wieder rauskommen, als sie hineingegangen sind", so die Intendantin.

Auch Wilhelm und Jakob Grimm persönlich werden auftreten – inkarniert von Stefan Becker und Carlo Giradelli, die in dieser Rolle bereits viele Auftritte bestritten haben und dabei immer wieder Eigenheiten und besondere Aspekte der Grimms hervor kitzeln. Im Jubiläumsjahr wollen sie unter anderem die "bösen" Märchen vorstellen, die es gar nicht erst in die offizielle Sammlung geschafft haben, sagt Jakob Grimm alias Carlo Giradelli. "Das sind eben die bösen Märchen, wo zum Teil unglaublich viel Blut fließt oder Sachen passieren, die darf man kleinen Kindern gar nicht erzählen. Wie die Kinder 'Schlachtens' gespielt haben – da wird eine ganze Familie ausgelöscht – die sind eben zum Teil ausgemustert worden."
 

Wissenschaflter aus aller Welt erwartet

In das Grimm-Jahr 2013 fallen auch die 150. Todestage von Jakob Grimm und dem weniger bekannten "Malerbruder" Ludwig Emil Grimm. Auch ihm sind Veranstaltungen gewidmet. Bereits am Montag, den 17. Dezember 2012, beginnt in der Kasseler Universität ein Kongress rund um die Brüder Grimm unter dem Titel "Märchen, Mythen und Moderne". Dazu werden mehr als 250 Wissenschaftler aus aller Welt in der alten Heimat der Grimms erwartet.

Die Märchen der Grimms wurden in mehr als 170 Sprachen übersetzt und gehören seit 2005 zum Unesco-Weltdokumentenerbe.

Ein Beitrag von Michael Przibilla
 
Redaktion: than / suma
Letzte Aktualisierung: 19.12.2012, 16:43 Uhr
 
 

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