Nach Theater und Musical erobert jetzt die Oper die Bühne in der Bad Hersfelder Stiftsruine. Mit "Don Giovanni" sind am Donnerstagabend die Opernfestspiele gestartet.
Siegfried Heinrich, der Intendant der Festspiele, dirigiert persönlich das Orchester "Virtuosi Brunensis" aus Prag. Don Giovanni ist ein Casanova mit dem Lebensziel, möglichst viele Frauen zu erobern. Als er Donna Anna verführen will, zieht er den Zorn ihres Vaters auf sich. Im Duell ersticht er den Vater. Doch Don Giovanni bereut nichts - und kommt dafür in die Hölle.
Mozarts Oper erstreckt sich über drei Stunden, die Zuschauer brauchen also Sitzfleisch. Trotzdem hat es den meisten Premierengästen gefallen, und das, obwohl Hauptdarsteller Vitaly Yushmanov auch noch erkältet war: "Mir hat es gut gefallen", sagt diese Zuhörerin, "schade nur, dass der Sänger nicht voll bei Stimme war."
Minimalistisches Bühnenbild
Witzig gemacht: Die lange Liste der Liebhaberinnen, die Don Giovanni schon verführt hat. Eine mehrere Meter lange Ziehharmonika zwischen zwei roten Buchdeckeln. Regisseur Heinz Lukas-Kindermann inszenierte zum ersten Mal eine Oper in der Bad Hersfelder Stiftsruine. Atemberaubend seine Idee, Elvira und Zerlina in den großen offenen Fenstern der Stiftsruine singen zu lassen - aus mindestens acht Metern Höhe.
Szenenbild: Donna Elvira, Don Giovanni und Leporello
Ansonsten ist das Bühnenbild sehr minimalistisch und spaltet die Gemüter: "So eine tolle Inszenierung habe ich noch nie gesehen. Ohne Kulissen und nur die Ruine, einfach toll", findet eine Zuschauerin. Andere hätten gern mehr Pomp auf der Bühne gesehen - passend zum 17. Jahrhundert, in dem die Oper spielt. In jedem Fall ist die Oper noch bis einschließlich 21. August zu sehen.
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