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22.01.2013

documenta-Kunst

Wohin mit dem "Penone-Baum"?

Der "Penone-Baum" in der Kasseler Karlsaue während der documanta 13 (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Der "Penone-Baum" in der Kasseler Karlsaue während der documanta 13
Kassel ist um ein Kunstwerk reicher, den Bronzebaum "Idee di Petra" von Giuseppe Penone. Doch wohin mit der Bronzeskulptur? Das wird in der Stadt weit und breit diskutiert. Denn in der Karlsaue kann und darf es nicht bleiben.
 
Bereits seit zwei Jahren ist der "Penone-Baum" in der barocken Gartenanlage des Staatsparks Karlsaue aufgestellt. Er war eines der ersten Kunstwerke, die die Weltkunstschau ankündigten. Doch jetzt soll der Baum weg. Ein neuer Standort wird gesucht. Denn es ist zum einen vertraglich geregelt, dass die Karlsaue für documenta-Kunst nur bis 31. Oktober 2012 genutzt werden darf, zum anderen soll in der barocken Anlage kein modernes Kunstwerk auf Dauer stehen.
 

Keinen Präzedenzfall schaffen

Nun hat sich Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) in die Diskussion eingeschaltet und schlägt als alternative Standorte den Weinberg oder das Fuldaufer vor. "Kassel bietet zahlreiche attraktive Standorte, die als Alternative für den Bronzebaum 'Idee di Petra' von Giuseppe Penone genutzt werden könnten", heißt es in einer Mitteilung der Kunstministerin vom Dienstag. Kühne-Hörmann wolle vermeiden, dass "klare vertragliche Abmachungen" umgangen und "damit womöglich ein Präzedenzfall" geschaffen werde, heißt es weiter in der Mitteilung.
 

"Erheblicher Fremdkörper"

Unterstützung erhält die Ministerin vom Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) Bernd Küster, für den der Standort aus gartendenkmalpflegerischen Gründen nicht in Betracht kommt: "Ein zeitgenössisches Kunstwerk wäre ein erheblicher Fremdkörper in dem trotz aller Überformungen erhaltenen barocken Erscheinungsbild der Anlage."
 

Mit Spenden erstanden

Der 1947 in Turin geborene Giuseppe Penone ist ein alter Bekannter der documenta. Der arte-povera-Künstler hat bereits an der documenta 5 (1972), der documenta 7 (1982) und der documenta 8 (1987) teilgenommen. Penone hatte seine Bronzeskulptur 2008 für die Kunstbiennale in Sidney, es vor zwei Jahren nach Kassel gebracht und in der Karlsaue aufstellen können. Schnell entwickelte sich der "Penone-Baum" zu einem Publikumsliebling und macht - so bei manchen Bürgern - dem Herkules als Wahrzeichen der Stadt Konkurrenz. Die Skulptur wurde mit Hilfe zahlreicher Spenden von Kasseler Bürgern angekauft. Der Künstler habe den Ankauf seiner Skulptur und deren Verbleib in Kassel außerordentlich begrüßt, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. "Er selber geht allerdings nicht davon aus, dass die Skulptur an ihrem Platz in der Karlsaue bleiben wird."
 
Die Kunstministerin erinnerte daran, dass auch Jonathan Borofskys "Himmelsstürmer" – Publikumsliebling der documenta 9 von 1992 – in Kassel auf Wanderschaft gehen musste. Zunächst war die monumentale Skulptur auf dem Friedrichsplatz ausgestellt. Nach Ende der documenta hat sie dann ihren endgültigen Platz vor dem Kulturbahnhof gefunden.
 
Redaktion: nrc
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 22.01.2013, 17:59 Uhr
 
 

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