Wer hätte nicht schon selber - zumindest in jungen Jahren - einem Tagebuch sein Herz ausgeschüttet, verborgen vor der Neugier anderer, gut versteckt im Schreibtisch oder der Nachttischschublade. Das Frankfurter Museum für Kommunikation hat den Ausstellungstitel "Absolut privat!?" bewusst mit einem Fragzeichen versehen. Die Ausstellung will die gängigen Vorstellungen von Intimität und Geheimnis in Frage stellen. Denn, so sagen die Ausstellungsmacher, es habe schon seit der frühen Neuzeit, d.h. seit der Erfindung des Buchdrucks, Tagebücher gegeben, die für andere Leser oder gar auf eine Veröffentlichung hin angelegt waren. Sie verweisen auf Goethes "Schreibkalender" oder auf die Aufzeichnungen von Anne Frank, die mit ihren Aufzeichnungen in ihrem rot-weiß karierten Poesie-Album weltberühmt wurde. Zahlreiche Original-Dokumente aus fünf Jahrhunderten von berühmten Autoren werden präsentiert - etwa von Franz Kafka, Clara Schumann, Theodor W. Adorno und Walter Kempowski. Auch Tagebücher völlig unbekannter Personen sind ausgestellt.
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