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19.06.2012

Bilderschatz an Stadtarchiv

Liebesgrüße aus Frankfurt

Gemalte Postkarte mit Heißluftballons über dem Main (Bild:  Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main)
Karte von der internationalen Luftschiffahrts-Ausstellung
Große Freude beim Institut für Stadtgeschichte Frankfurt: Ein privater Sammler hat dem Stadtarchiv eine riesige Postkartensammlung geschenkt. Der Bilderschatz zeigt, wie sich die Mainmetropole in 130 Jahren verändert hat.
 
Mit einer Postkarte mit Zeppelinmotiv fing alles an: 1912 bekam Hans Gerhard Moxters Vater vom Großvater eine Karte geschickt, darauf schwebte ein großes Luftschiff über Frankfurt. Als der Junge die Karte später sah, war seine Sammelleidenschaft geweckt. In mehr als 70 Jahren trug der gebürtige Frankfurter auf Flohmärkten, Tauschbörsen oder Auktionen mehr als 1.000 Frankfurter Motive in 17 Alben zusammen.
 

Blick in die Geschichte Frankfurts 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (30 Bilder)
 
Moxter (85) decke mit seiner Sammlung das gesamte Spektrum ab, das Frankfurt in puncto Postkarten zu bieten habe, schreibt das Institut für Stadtgeschichte in einer Mitteilung: Zu bewundern seien Sehenswürdigkeiten wie Römer, Zoo oder Palmengarten, Alt- und Innenstadt in vielen Variationen, Ereignisse wie Turn- und Sängerfeste, die Jahrhundertfeier der Paulskirche 1948, aber auch die Stadtteile und Vororte sowie Restaurants, Hotels und Ausflugsziele.
 

Viele bislang unbekannte Bilder

Adresse

Institut für Stadtgeschichte (Karmeliterkloster)

Münzgasse 9
60311 Frankfurt am Main
Ein Schwerpunkt sei das Gebiet rund um das Goethehaus, weil Moxter dort eine zeitlang gelebt habe. Dem Dichter selbst sei ein ganze Album gewidmet: Es gebe Karten seines sein Geburtshauses, von Goethe-Feiern, seinem Denkmal oder von Goethestätten wie der Gerbermühle oder dem Willemer Häuschen.

Auch manche Rarität sei zu finden: So sei die älteste Karte aus dem Jahr 1882 noch ein reines Mitteilungsmedium ohne Bildmotiv, dafür aber mit einem Abgangsstempel aus Frankfurt und einem Ankunftsstempel aus Nürnberg. Besondere Entdeckungen seien bislang unbekannte Bilder. Dazu zählten die nicht mehr bestehende Schwanheimer Mainbrücke von 1907, die Loge in der Eschersheimer Landstraße oder der Japangarten auf der Internationalen Luftfahrtausstellung "ILA" 1909.

Vom Alltag in der NS-Zeit zeugten Erinnerungen an Eintopfessen oder vorgedruckte Eilmeldungen, mit denen Angehörige vom Überleben der Bombenangriffe informiert werden konnten. Besonders interessant sei die Gegenüberstellung von Motiven aus der Vor- und Nachkriegszeit bis heute – oft aus identischer Perspektive, schreibt das Institut für Stadtgeschichte.
 

Freude bei der Institutsleitung

"Das ist die größte Einzelsammlung von Postkarten, die wir bislang erhalten haben", freute sich Institutsleiterin Evelyn Brockhoff. Die Einrichtung bemühe sich seit den 1960er Jahren gezielt um Postkarten und verwahre mittlerweile etwa 25.000 Karten und 110 Leporellos aus den Jahren 1880 bis heute.

Moxters Schenkung werde nun gesichtet und langfristig in die nach Topografie, Institutionen, Personen und Ereignissen geordnete Sammlung des Instituts für Stadtgeschichte integriert.
 
Redaktion: sofo
Bild: © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main
Letzte Aktualisierung: 19.06.2012, 12:37 Uhr
 
 

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