Seit die Pläne für ein neues Grimm-Museum in Kassel bekannt sind, regt sich Protest. Jetzt hat eine Bürgerinitiative rund 5900 Unterschriften gesammelt, um den Bau der Brüder Grimm-Welt auf dem Kasseler Weinberg zu verhindern.
Vertreter der Initiative übergaben die Unterschriftenliste mit einem Antrag für ein Bürgerbegehren am Donnerstag der Stadt. "Ziel ist, dass die Bürger bei dieser Frage mitentscheiden", sagte BI-Sprecher Martin Dodenhoeft. Die Initiative will erreichen, dass ein anderer Standort als der Weinberg gesucht wird.
Ein Vertreter der Stadt sagte, die Kommune gehe mit dem Anliegen der Bürgerinitiative neutral und unvoreingenommen um. Jetzt müsse die Zulässigkeit des Begehrens geprüft werden. Laut BI-Sprecher Dodenhoeft ist mit 4370 gültigen Unterschriften das Quroum für einen Bürgerentscheid bereits erreicht. Notfalls will er vor Gericht gehen, sollte das Begehren für unzulässig erklärt werden.
Verlust an Fördermittel?
Der ehemalige Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) hatte Anfang Juni gefordert, bis zum Frühherbst Klarheit zu schaffen, damit die zugesagten sechs Millionen Euro an EU-Fördergeld für das 18 Millionen Euro teure Museumsprojekt nicht verloren gingen. Die Stadt hatte der Bürgerinitiative daraufhin vorgeworfen, die geforderte Verschiebung um zwei Jahre würde in Wirklichkeit das Ende des Grimm-Projektes auf dem Weinberg bedeuten. Dem widersprach Dodenhoeft. "Wir wollen dass die Grimm-Welt gebaut wird, aber nicht auf dem Weinberg. Der soll ein Park bleiben", betonte er.