hr-online Informationen aus Hessen
ARD.de Hilfe Feedback Die RSS-Angebote des hr Folgen Sie uns auf twitter hr-online bei Facebook
 
25.09.2012

"Schwarze Romantik" im Städel

Reise zum Bösen

Schauderhaft schöne Kunst ist im Städel Museum Frankfurt zu sehen: Die Ausstellung "Schwarze Romantik" spürt der Faszination für das Abgründige, Geheimnisvolle und Böse nach.
 
Video: So schwarz kann die Romantik sein 3:12 Min
(© hr | hessenschau, 25.09.2012)
Nach Angaben des Städel Museums ist "Schwarze Romantik" die erste Schau in Deutschland, die sich der dunklen Seite der Romantik-Epoche und ihrer Nachwirkung im Symbolismus und Surrealismus widmet. Zu sehen sind mehr als 200 Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Filme.

Das Städel will damit der Faszination vieler Künstler für das Abgründige, Geheimnisvolle und Böse nachspüren. Die Arbeiten von Goya, Johann Heinrich Füssli und William Blake sowie Théodore Géricault und Delacroix bis hin zu Caspar David Friedrich erzählen eindringlich von Einsamkeit und Melancholie, von Leidenschaft und Tod, von der Faszination des Grauens und dem Irrationalen der Träume.
 

Kaltes Grauen im Städel 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (25 Bilder)
 

Blutiger Terror und Kriege

Information

Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst

26. September 2012 bis 20. Januar 2013

Städel Museum, Ausstellungshaus
Dürerstraße 2, Frankfurt

Anfahrt
Die Werke spiegeln nach Angaben des Städel eine romantische Geisteshaltung wider, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ganz Europa erfasste und bis ins 20. Jahrhundert hinein von Künstlern wie Salvador Dalí, René Magritte oder Paul Klee und Max Ernst weitergeführt wurde. Die Schau will das Interesse für die düsteren Seiten der Romantik wecken und das Verständnis für die Bewegung erweitern - bislang stehen meist die Aspekte Sehnsucht oder Leidenschaft im Mittelpunkt.

"Viele der gezeigten Werke entstanden aus einem erschütterten Vertrauen in ein aufgeklärtes, fortschrittliches Denken, das sich rasch nach der – als neues Zeitalter gefeierten – Französischen Revolution zum Ende des 18. Jahrhunderts ausgebreitet hat", schreibt die Schirn dazu. Blutige Kriege hätten Leid und den Zerfall gesellschaftlicher Ordnungen in weite Teile Europas gebracht.
 

Schreckliches, Wundersames, Groteskes

Information

Eingebunden in die Schau sind auch Filme des 20. Jahrhunderts, die sich auf Mythen der "schwarzen Romantik" beziehen - darunter "Frankenstein" (1931), "Dracula" (1931) und "Faust" (1926). Sie werden zusammen mit dem Deutschen Filmmuseum gezeigt.
Vor allem die Radikalisierung der Französischen Revolution und deren Terror offenbarten die düsteren Facetten der Aufklärung in all ihrer Härte - man erkannte, dass Wissen allein keine besseren Menschen schuf. Fortan widmeten sich junge Literaten und Künstler verstärkt der Kehrseite der Vernunft. In den Mittelpunkt traten das Schreckliche, das Wundersame und Groteske, Literaten beschäftigten sich mit Sagen und Märchen und dem Mittelalter statt mit dem Ideal der Antike. Die heimische Natur gewann verstärkt an Anziehungskraft und wurde zum beliebten Motiv der Künstler. Dem hellen Licht des Tages begegneten der Nebel und die dunkle, geheimnisvolle Nacht.
 
Audio: Die schwarze Seite der Aufklärung 4:34 Min
(© Rudolf Schmitz, hr, 26.09.2012)
Für die Schau hat das Haus Arbeiten aus der eigenen Sammlung zusammengestellt; hinzu kommen Leihgaben von international renommierten Sammlungen wie dem Pariser Musée d’Orsay, dem Musée du Louvre, dem Museo del Prado in Madrid oder dem Art Institute of Chicago. Die vom Städel Museum konzipierte Ausstellung wird nach ihrer später im Pariser Musée d’Orsay zu sehen sein.
 
Redaktion: sofo / cawo
Letzte Aktualisierung: 26.09.2012, 10:52 Uhr
 
 

Rückblick

documenta 13

hr-online hat die weltweit größte Schau aktueller Kunst hundert Tage lang mit einem großen Webspecial begleitet. [mehr]
 

Spezial

Botticellis Kunst

Unser interaktives Special bietet eine Spezialführung mit Städel-Direktor Max Hollein.
[hr-online-Spezial]
 

Virtueller Rundgang

Jeff Koons "Michael Jackson and Bubbles", 1988 (Banality) (Bild: Torsten Hemke)
 

Special

Maori (Bild:  picture-alliance/dpa)

Frankfurter Buchmesse 2012

Von Gollum bis Penis-Pilates: Ein Rückblick auf Themen, Autoren, Bücher und das Gastland.

Start | Magazin | Neuseeland | Autoren im Chat | Bücher

 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.