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Die beiden Pavillons in Venedig: links der französische, rechts der deutsche (Bild: Martin Weigert / MMK Frankfurt)
Die beiden Pavillons in Venedig: links der französische, rechts der deutsche.
19.11.2012

Deutsch-französisches Vorhaben

Pavillontausch in Venedig

Wer auf der Biennale von Venedig 2013 die deutschen Künstler sucht, findet sie im französischen Pavillon. Und umgekehrt. Das haben die Kuratorinnen Christine Macel (Paris) und Susanne Gaensheimer (Frankfurt) vereinbart.
 

Information

55. Internationale Kunstausstellung
La Biennale di Venezia

1. Juni bis 24. November 2013
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Links im WWW

Christine Macel ist Chefkuratorin am Musée National d’Art Moderne – Centre Pompidou, Paris. Sie hat den Künstler Anri Sala, eingeladen, Frankreich zu vertreten - im deutschen Pavillon. Susanne Gaensheimer ist Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt. Sie wiederum hat den chinesischen Künstler Ai Weiwei, Romuald Karmakar, Santu Mofokeng und Dayanita Singh eingeladen. Ihre Werke werden im französischen Pavillon zu finden sein.
 

Künstler auf der Biennale 

Portrait Romuald Karmakar, 2012
Porträt Ai Weiwei
Dayanita Singh Portrait
 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (13 Bilder)
 
Die Idee, den Pavillon der beiden Länder zu tauschen, ist in den letzten zehn Jahren immer wieder diskutiert worden. Vorgeschlagen wurde der Tausch von den Außenministerien beider Länder als Auftraggeber und Hauptfinanziers der Biennale-Pavillons. Nun haben alle Beteiligten, auch die Künstler, zugestimmt.

In der Arbeitsrealität der Kunstwelt seine heutzutage internationale Kooperation und Kommunikation eine Selbstverständlichkeit geworden sind, hieß es in der Mitteilung des MMK Frankfurt vom Montag. Der Dialog stünde im Vordergrund, nicht die "Undurchlässigkeit nationaler Grenzen". "Es sind diese transnationalen Alltagsrealitäten, die zeigen, dass die zeitgenössische Kunstwelt europäische Kulturen tatsächlich in ein größeres, internationales Netzwerk einbindet", so das MMK.

In dieses Konzept passen auch die Biografien einiger der Künstler, die im Sommer 2013 ausstellen: Anri Sala hat einen französischen Pass und lebt in Berlin. Romuald Karmakar wurde in Deutschland geboren und hat einen französischen Pass.
 

Die eingeladenen Künstler

Der Regisseur und Drehbuchautor Romuald Karmakar wurde 1965 in Wiesbaden geboren; seine Mutter ist Französin, sein Vater Iraner. Anfang der 1990er Jahre begann Karmakar Dokumentar- und Spielfilme zu drehen, die alle einen dokumentarischen Charakter haben.

Ai Weiwei , geboren 1957 in Peking, ist chinesischer Künstler und Dissident; er war der Publikumsliebling auf der documenta 12 im Jahr 2007. Nach regierungskritischen Äußerungen war er 2011 drei Monate wegen eines "Wirtschaftsdelikts" an einem unbekannten Ort inhaftiert, danach unter schweren Auflagen und gegen Kaution freigelassen worden. Zur Zeit wird ihm der Prozess gemacht wegen, so Ai Weiwei, Bigamie, illegalen Devisenhandel und Verbreitung von Pornografie. Ausreisen kann und darf er nicht, sein Pass wurde einbehalten.

Dayanita Singh, geboren 1961, gilt als die bedeutendste Vertreterin der indischen Gegenwartsfotografie. Bevor sie sich der dokumentarischen und Porträt-Fotografie zuwandte, arbeitete sie als Fotojournalistin, u.a. für die "New York Times. Die Deutsche Bank hat eine Auswahl ihrer Schwarzweiß-Porträts für ihre Sammlung angekauft. Sie lebt in Neu Delhi und Goa.

Der südafrikanische Fotograf Santu Mofokeng, 1956 in Johannesburg geboren, setzt sich in seinen Arbeiten mit den Lebensumständen Lebensumstände der schwarzen Bevölkerung Südafrikas auseinander. 1998 erhielt er ein Stipendium im Künstlerhaus Worpswede, 2002 war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin.
 
Redaktion: nrc
Letzte Aktualisierung: 19.11.2012, 12:12 Uhr
 
 

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