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16.12.2012

"Pinball Wizard"

Flippern mit Beauties und Kosmonauten

Der "Wizard" von Bully: Coole Beauties aus den 70ern (Bild: Museum der Stadt Bensheim)
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Der "Wizard" von Bully: Coole Beauties aus den 70ern
Bei Vielen wecken sie Kindheitserinnerungen: Flipperautomaten. Eine Ausstellung im Museum der Stadt Bensheim zeigt eine Auswahl von Geräten aus der Zeit von 1966 bis heute.
 
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Es lässt einen kaum noch los: Diese widerspenstige Kugel durch Hindernisse und an Monstern vorbei zu bringen, sie zum Punktesammeln in die höchsten Tore zu katapultieren, belohnt von der Siegesfanfare. Pinball, das stammt aus Chicago. Ein Glücksspiel, aber es macht eben auch verdammt viel Spaß. Bis heute. Auch dem Bensheimer Ingenieur Joachim Fuchs, der vernarrt ist ins Reparieren. Es ist seine Sammlung im Museum. Die deckt 40 Jahre Flippergeschichte ab.

"Es beginnt mit dem ältesten Gerät bei 1966, ein Gerät rein elektromechanisch, ein Dancing-Lady-Gerät von der Firma Gottlieb, bis hin zum neusten Gerät von der Firma Stern aus dem Jahre 2007, was entsprechen dann zu den Blockbustermovies, in dem Fall ‚Der Fluch der Karibik‘ entsprechend dann angelehnt ist", erklärt Joachim Fuchs stolz.
 

Eine neue Zielgruppe ins Museum holen

Information

MUSEUM DER STADT BENSHEIM
Marktplatz 13
64625 Bensheim

Donnerstag und Freitag: 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr
"Target Alpha", ein Flipper der Marke Gottlieb. Darauf phantastische Kosmonauten mit Antennenhelmen. Von Bully der "Wizard", mit coolen Beauties der 70er auf dem Zählwerk. "Powerplay" heißt der nächste und "Star Trek" mit der Besatzung des Raumschiffs Enterprise. Die ganz frühen Flipper legten vor allem Wert auf Funktion, weniger auf Design. Das aber änderte sich – vorübergehend wenigstens. Joachim Fuchs erklärt: "In den 70er Jahren ging’s dann los, dass man eben auch mit der aufkommenden Hardrock-Szene und Heavy-Metall-Szene dann auch das mystische Thema bearbeitet hat. Da kommen dann also zusammen: die Musik, das Design und später dann sogar ins Art-Deko gehende. Heutzutage ist es dann eher, naja, dass man die Grafiken der Filmindustrie verarbeitet. Also das Grafische tritt im heutigen Fall eher in den Hintergrund."
 

Pinball Wizard - Flipperautomaten 1966 bis heute 

 
Klicken Sie auf ein Bild, um in die Galerie zu gelangen (5 Bilder)
 
Und doch hat sich Manfred Berg, der Bensheimer Museumsleiter, für die Flipper entschieden. "Es ist ein Stück der Kulturhistorie, es ist ein Stück Jugendkultur. Ich selbst habe als Kind und Jugendlicher in Bensheimer Gaststätten gespielt und manches 50-Pfennig-Stück da hinein geworfen. Und das war meine Motivation: Ich zeige sowas mal, hole eine neue Zielgruppe ins Museum – und sie sehen: Das ist uns ja heute gelungen."
 

"Einige Groschen versenkt"

An den Geräten spielen viele Kinder und Jugendliche. Auch die Computergeneration liebt es offenbar, das Spiel mit echten Kugeln. Daneben aber immer wieder Männer und Frauen, die sich in ihre Jugend zurück spielen. "Bei mir war das immer so nach dem Proben mit der Band, mit der Schulband, mit Freunden – dann stand natürlich immer ein Flipper da, und dann haben wir immer probiert, was geht", erzählt einer der Besucher. Und ein anderer: "Auf Schulausflügen haben wir dann einige Groschen dort versenkt. Ich stamme aus Trier – auf der Peter und Paul-Messe im Sommer, da standen auch Flipper, da haben wir dann also auch unser Taschengeld verspielt."

Gleich nebenan, am "Fluch der Karibik"-Flipper, treibt Bensheims Bürgermeister die Kugel durch die Chromgestänge. Thorsten Herrmann war halt auch mal jung. "Ich musste auf den Bus warten, und da ist man in eine Bahnhofsgaststätte hinein gegangen und hat geflippert und das war einfach toll. Und das ist eine tolle Erinnerung, und die lebt jetzt wieder auf. Ich möchte die nicht missen."

Sammler Joachim Fuchs lässt seinen Blick stolz über den quirligen Ausstellungsraum gleiten. Alle seine Flipper sind dauerbelegt. In solchen Momenten zahlt sich aus, dass er über Jahre auch im Ausland die Geräte zusammengesucht hat. Preisspanne: von 50 Euro für den ruinierten Scheunenfund bis 8.000 fürs Neugerät. Wie viele sind’s inzwischen? "Das darf man kaum sagen, da hört meine Frau weg. Also die Sammlung sind so, ich glaube 55 Geräte derzeit. Und spielbereit davon, naja, so roundabout 40 Geräte. Ich habe jetzt auch eine Halle angemietet, und, ja, langfristig ist mein Ziel, dass man auch eine permanente Ausstellung macht, weil sowas wie hier ist natürlich perfekt." Perfekt zum Staunen. Noch bis zum 3. Februar im Museum der Stadt Bensheim.

Ein Beitrag von Thomas Kurella.
 
Redaktion: than
Bild: © Museum der Stadt Bensheim
Letzte Aktualisierung: 14.12.2012, 16:17 Uhr
 
 

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