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Frankfurter Henninger Turm vor Skyline (Bild:  picture-alliance/dpa)
Er bestimmte schon vor der Skyline die Silhouette der Stadt: Der Frankfurter Henninger Turm
7.01.2013

Ende eines Wahrzeichens

Abriss des Henninger Turms beginnt

Von außen wird erst einmal nichts zu sehen sein, doch der Abriss des Frankfurter Henninger Turms hat begonnen: Zunächst werden im Inneren des ehemals höchsten Gebäudes der Stadt Schadstoffe wie Asbest entsorgt.
 
Video: Henninger Turm: Ein Wahrzeichen wird abgerissen 1:52 Min
(© hr | hessenschau, 07.01.2013)

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Der Henninger Turm soll nicht gesprengt, sondern nach und nach abgetragen werden, sagte so Daniel Hopp, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Actris, am Montag in Frankfurt. Die Mauern würden geschreddert und damit die unterirdischen Keller aufgefüllt. Dies sei die sinnvollste Nutzung.

Gerade mal knapp 52 Jahre ist der Turm auf dem Gelände der Henninger Brauerei in Sachsenhausen alt; er wurde 1961 als Getreidesilo errichtet. Die Attraktion des Turmes war ein Drehrestaurant, das einen unverwechselbaren Blick auf Frankfurt bot.
 

52 Jahre Henninger Turm 

 
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Neues Wohnquartier rund um den Turm

Anstelle des Getreidesilos soll ein in der Form ähnliches Hochhaus mit 138 Metern Höhe errichtet werden, das etwa 130 Wohnungen der höheren Preisklasse beherbergt. Günstige Mietwohnungen, wie sie die Stadt Frankfurt gefordert hatte, werde es im Turm selbst nicht geben. Die würden, so Hopp, auf dem früheren Henninger-Gelände rund um den Turm angeboten werden. Hier ist ein neues Wohnquartier mit rund 800 Wohnungen geplant. Die denkmalgeschützte Henninger Villa aus dem Jahre 1875 soll saniert werden.

Das Gelände samt Turm und Villa befindet sich im Besitz der Milliardärsfamilie Hopp. Familienvorstand Dietmar Hopp ist Mitbegründer des Computerunternehmens SAP. Sohn Daniel ist seit 1998 mit den Fragen um das Gelände betraut.
 

Restaurant geplant

Information

Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge für das Betriebsgelände der ehemaligen Henninger Brauerei

Atrium des Planungs- dezernates, Kurt-Schumacher-Straße 10, Frankfurt
bis 25. Januar
Mo - Fr 8.30 - 18 Uhr

Erster Preis: Frankfurter Planungsbüro Jourdan & Müller.PAS.
Drei dritte Preise: Meixner Schlüter Wendt Architekten aus Frankfurt, Baufrösche Architekten und Stadtplaner aus Kassel und Bilger-Fellmeth Architekten aus Frankfurt.
Der Abriss werde voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein, so Hopp. 2015/2016 könnten dann die ersten Bewohner in das neue Hochhaus einziehen. Der Name "Henninger Turm" wird erhalten bleiben. Im Foyer des Turms soll eine Ausstellung an die Geschichte der Henninger Brauerei, die im Jahr 2000 geschlossen wurde, eingerichtet werden. Noch offen ist der Bau eines Drehrestaurants auf der Turmspitze, sagte Hopp. Der Sprecher des Frankfurter Planungsdezernats Mark Gellert betonte jedoch, dies sei beabsichtigt. Eine öffentliche Nutzung an der Spitze des Gebäudes werde es auf jeden Fall geben, so Hopp: "Gastronomie ist aber nicht immer der Heilsbringer." Für konkrete Pläne sei es noch zu früh.
 

300 Millionen Investititonen

Das Frankfurter Architektenbüro Meixner Schlüter Wendt hat den neuen Wohnturm am Sachsenhäuser Berg geplant und dafür Kosten von bis zu 100 Millionen Euro veranschlagt. Vor rund einem Jahr wurde das Projekt erstmals vorgestellt; damals war von Quadratmeterpreisen um 4000 Euro die Rede. Insgesamt will die Firma Actris etwa 300 Millionen Euro in das rund 110.000 Quadratmeter große Areal investieren.

Sieger des städtebaulichen Architektenwettbewerbs für das Areal ist das Frankfurter Architekturbüro Jourdan & Müller, mit dem Bau soll in diesem Jahr begonnen werden.

Zur Geschichte des Henninger Turms:
1961 wurde der Henninger Turm eröffnet. Gebaut hat ihn der Architekten Karl Lieser im Frankfurter Süden auf dem Sachsenhäuser Berg. Mit seinen 119,5 Metern war der fensterlose Turm seinerzeit das höchste Gebäude Frankfurts und wurde bald zum Wahrzeichen der Stadt. Der Radsportklassiker "Rund um den Henninger Turm" wurde 1962 zum ersten Mal ausgerichtet und machte das Gebäude bundesweit bekannt.

Seine Bestimmung als Getreidelager für die Henninger-Brauerei erfüllte der Turm nur wenige Jahre. Viel bekannter war das runde Restaurant, das sich auf dem 60 Meter hohen, quadratischen und fensterlosen Silo drehte. 40 Jahre lang zog das Drehrestaurant Besucher an, rund 600 Menschen konnten in Bars und Restaurants mit Rundum-Blick feiern. Die Gastronomie schloss 2002.
 
Redaktion: nrc
Letzte Aktualisierung: 15.01.2013, 17:09 Uhr
 
 

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