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14.03.2013

Rekonstruktion in 3D

Willkommen in Grimms Wohnstube

Vorstellung der 3D-Rekonstruktion (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Vorstellung der 3D-Rekonstruktion
Auf eine Zeitreise können sich Besucher der Ausstellung "Expedition Grimm" ab Ende April freuen. Als wäre man ein Gast zum Tee, kann man die Wohnung der Brüder Grimm in einer 3D-Rekonstruktion begehen.
 

Information

Expedition Grimm

27. April bis 8. September

documenta-Halle
Kassel
Ein brauner Tisch, ein weißes Sofa, selbst Tapeten sind detailgetreu nachgestellt. Von oben fliegt man hinein in die Wohnung der Brüder Grimm in der Kasseler Torwache - zumindest in der dreidimensionalen Computer-Rekonstruktion. Die Wohnung der Märchensammler wird während der Landesausstellung "Expedition Grimm" vom 27. April bis 8. September in Kassel virtuell begehbar sein. "Wir wollen die Wohnung erlebbar machen", sagte Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) bei der Vorstellung des Projekts.
 

Bei Grimms daheim 

 
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Dazu hat das Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) in Darmstadt aus Grundrissen, Bauplänen, Gemälden und Möbeln ein 3D-Modell entworfen. "Wir hatten sehr unterschiedliche Datenquellen", sagt Ulrich Bockholt vom IGD. Objekte wie der Schreibtisch, die sicherlich in der Wohnung standen, wurden entsprechend eingefärbt. Von anderen Möbeln, wie dem Sofa, vermutet man lediglich, dass sie dort gestanden haben. Um dies kenntlich zu machen, seien sie als "Schatten-Möblierung" weiß eingefärbt. Zudem wurden Zeichnungen und Gemälde in das Modell integriert.
 

Das Rätsel der fehlenden Küche

Über einen Grundriss am Boden "betritt" man die Räume, die auf einer Leinwand zu sehen sind. "So kann man durch die Wohnung navigieren", sagt Bockholt. Der Besucher kann mit Handwischen im freien Raum die Blickrichtung ändern. "Bewegt man die Hand nach rechts, dann bewegt sich die Perspektive. Wir wollten etwas entwickeln, was jeder benutzen kann", betonte er. Der Kurator der Landesausstellung, Thorsten Smidt, sagte: "Das ist ein Einstieg in die Lebenswirklichkeit der Grimms."
 
Der Grundriss der Wohnung - in der Ausstellung wird sie (virtuell) begehbar sein. (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Der Grundriss der Wohnung - in der Ausstellung wird sie (virtuell) begehbar sein.
Für die Grimm-Forschung ist die 3D-Rekonstruktion vor allem eine Spielerei, an die aber angeknüpft werden kann. "Ich hoffe, dass man sich durch diese Animation eher dazu durchringen kann, die Torwache zu rekonstruieren", sagt der Märchenforscher Holger Ehrhardt von der Universität Kassel. Zudem sei das Projekt "ein Auftrag an die Forschung, Gegenstände zu benennen, die im Haus waren". Ministerin Kühne-Hörmann nährte die Hoffnung: "Ich könnte mir vorstellen, die Wohnung im Original zu rekonstruieren. Das ist aber eine Vision." In der Wohnung fehlt übrigens - auch in der Rekonstruktion - die Küche. "Das ist ein Rätsel", sagt Ehrhardt.
 
 (Bild:  picture-alliance/dpa)
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In der Torwache wohnten die Geschwister Grimm von 1814 bis 1822
Jacob und Wilhelm Grimm waren nicht nur Märchensammler, sondern auch Begründer der Germanistik und Autoren des deutschen Wörterbuchs. Rund sieben Jahre (zwischen 1814 und 1822) lebten sie mit ihrer Schwester Lotte am Wilhelmshöher Tor, hier entstanden die "Deutschen Sagen" und die zweite Auflage der "Kinder- und Hausmärchen". Die Wohnung brannte 1943 vollständig aus. In dem Gebäude hat heute der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) seinen Sitz. Allerdings ist es bereits beschlossene Sache, dass die Richter ausziehen werden.
 
Redaktion: cawo
Bilder: © picture-alliance/dpa (3)
Letzte Aktualisierung: 14.03.2013, 11:24 Uhr
 
 

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