José Carlos Somoza, Kubaner mit Wohnsitz in Spanien, ist ein mit höchsten Preisen ausgezeichneter Schriftsteller. Er schreibt Theaterstücke und Romane. Und hochliterarische Thriller, die es in sich haben.
Information
José Carlos Somoza: Die dreizehnte Dame
ISBN: 3-546-00355-1
Euro 22.90
Claassen Verlag
Salomón Rulfo ist ein eigenartiger junger Mann. Er ist hochgebildet, hat als Literaturdozent gearbeitet, liebt die Poesie über alles und ist zur Zeit arbeitslos. Er verkommt ein wenig ob der fehlenden Anforderungen des Alltags. Doch ihm macht nur eines zu schaffen: Nacht für Nacht träumt er den gleichen Traum: Er sieht, wie in einer Villa drei ziemlich blutige Morde geschehen. Eines der Opfer, eine Frau, wendet sich im Traum verzweifelt an ihn, er solle ihr helfen.
Salomón hält es nicht mehr aus und wendet sich an einen Arzt. Dr. Ballestros, angetan vom Fall, der überhaupt nicht sein Fachgebiet ist, und etwas verschreckt versucht dem jungen Mann so gut er kann zu helfen. Salomón versucht die Überprüfung an der Realität und recherchiert. Er muss feststellen, dass es die geträumte Villa tatsächlich gibt udn dass dort tatsächlich eine Frau ermordet wurde. Er geht eines Nachts zur Villa. Dort trifft er eine junge Frau. Auch sie träumt den gleichen Traum wie Rulfo, auch sie hat recherchiert. Beide beschließen, in die leerstehende Villa einzubrechen.
Lesestopp
Das wäre nun der richtige Zeitpunkt, um noch etwas mehr vom Verlauf der Geschichte zu erzählen, noch ein wenig mehr Spannung in der Rezension aufzubauen. Aber ich muss gestehen, das kann ich nicht. Also folgt jetzt ein bisschen Klappentext: "Ein Literaturprofessor mit dem Fachgebiet »Die Macht der Worte« interessiert sich ebenfalls für den Fall. Letzterer vermutet hinter der Tat dreizehn Musen, deren gefährlichste Waffe die Poesie ist. Rulfo erscheint diese Theorie verwegen, doch dann passieren immer seltsamere Dinge, die Menschen und die Wirklichkeit um ihn herum beginnen sich zu verändern, werden immer bedrohlicher, und er begreift, dass er handeln, die dreizehnte Dame finden muss, bevor die Welt zugrunde geht."
Der Thriller von Somoza ist das erste Buch, das ich bespreche, obwohl ich es nicht zu Ende gelesen habe. Das ich nicht besprechen kann. Ich bin nur bis Seite 50 gekommen.
Dieses Buch ist so gruselig, dass ich nicht mehr getraut habe weiter zu lesen. Es passiert - außer im Traum - nichts Aufregendes, aber Somoza ist ein Meister der Sprache, der Spannung. Nicht nur, dass dieses Buch wunderschön geschrieben ist - ein "richtiger" Literat eben hat daran gesessen; nein, Somoza ist auch noch "fies". Er schafft es, Spannung bis ins Unerträgliche aufzubauen, indem er z.B. einige Worte
einrückt
ohne Grund
so halt. Oder?
Ich glaube, ich werde das Buch irgendwann einmal weiterlesen, weil es einfach gut ist. Vielleicht im Menschengetümmel, umgeben von Lärm und Radau. Aber garantiert nicht abends vor dem Einschlafen.
Also, für alle Hartgesottenen: Kaufen. Lesen. Gruseln. Genießen!