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Oscar-Nominierung

„Die Geschichte vom weinenden Kamel“ von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni

Kämpft um sein Leben: das weinende Kamel (Foto: Filmplakat)
Kämpft um sein Leben: das weinende Kamel
Im Süden der Mongolei erheben sich einige weiße Jurten aus der windumtosten Ebene. Eine Großfamilie von Nomaden lebt in dieser öden, fast vegetationslosen Gegend. Wortkarg, naturverbunden, füreinander sorgend.
 

Inmitten von Ziegen und einer Kamelherde kämpft sich ein weißes Kamelfohlen ins Leben. Das kleine weiße Kamelbaby ist wenige Stunden alt und braucht dringend Milch, aber seine Mutter stößt es immer wieder ab. Ohne Milch wird es sterben. Die traurige Geschichte einer mongolischen Nomadenfamilie. Diese Geschichte vom weißen, dem Tode geweihten Kamelbaby ist wirklich so passiert und wurde in der Wüste Gobi unter schwierigsten Bedingungen gedreht.
 

Regisseurin Byambasuren Davaa (Foto: hr)
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Regisseurin Byambasuren Davaa
Wochenlang hatten die Regisseure nach so einem Fall gesucht, und ihn schließlich bei einer Nomadenfamilie in der Wüste Gobi gefunden. Sechs unerschrockene Filmstudenten aus München machten sich vor zwei Jahren auf den Weg in die südlichste Mongolei gemacht. Bitterkalte Wüste, kein Strom, kein Telefon, viel Wind und ungewohntes Essen.
 

Regisseur und Kameramann Luigi Falorni
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Regisseur und Kameramann Luigi Falorni
Ebenfalls großes Glück hatten sie bei der Suche nach einer Nomaden-Familie. Die vier Generationen des Clans in dem Film sind wunderbar. Langsam mussten sich die Filmemacher das Vertrauen der Großfamilie erarbeiten. Schließlich durfte man teilhaben am Leben und alles mitfilmen. Ein Rundzelt, die sogenannte Jurte, ist stilvoll und komfortabel wie ein Haus. Dennoch kann die Familie sie innerhalb von ein paar Stunden ab- und wieder aufbauen. Der Zuschauer erfährt also nicht nur die Geschichte der weinenden Kamele, sondern auch viel über mongolische Nomaden.
 

Mit Musik therapiert: die Kamel-Mutter akzeptiert ihr Junges
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Mit Musik therapiert: die Kamel-Mutter akzeptiert ihr Junges
Der Höhepunkt dieses magischen Films: die Tradition einer einzigartigen Musiktherapie bei Mutterkamelen mit postnataler Depression: Das jahrtausende alte sogenannte „Hoosritual“! Eine Mischung aus Cello-Musik und dem Gesang des Wortes „Hoos“. Das Wort „Hoos“ hat hier keinerlei besondere Bedeutung, aber sein Klang wirkt Wunder: Das behandelte Mutterkamel akzeptiert plötzlich ihr Kleines.

Dieser kleine Film, eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks mit der Münchner Filmhochschule läuft seit einem Jahr in der ganzen Welt und hat allein in den USA 2 Millionen Dollar eingespielt. Das hat auch die Oscar-Academy beeindruckt.

Und die Regisseure?
Byamasuren Davaa studiert weiter und macht gerade wieder einen neuen Film. Diesmal über einen mongolischen Hund. Luigi Falorni lebt mittlerweile in Berlin und kann sich vor Aufträgen als Kameramann nicht retten.
Auch wenn sie am 27. Februar 2005 in Los Angeles keinen Oscar bekommen haben. Die Nominierung allein ist eine wunderbare Auszeichnung.

Bericht: Sylvia Griss
 
Redaktion: nrc
Stand: 28.02.2005
 
 

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