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Flugchaos zur Fußball-WM?

Fluglotsen drohen mit Streik

Fluglotsen in Langen (Bild:  dpa)
Fluglotsen sorgen für Sicherheit
Die Bundesregierung will die Flugsicherung privatisieren. Die Fluglotsen fürchten um die Sicherheit am Himmel und ihre Einkünfte. Sie schließen einen Arbeitskampf nicht aus.
 

Mehrere hundert Millionen Euro Einnahmen verspricht sich die Bundesregierung vom Verkauf der Mehrheit ihrer Anteile an der Deutschen Flugsicherung (DFS) im hessischen Langen. Am Freitag soll das neue Flugsicherungsgesetz durch das Parlament gebracht werden. Die Gewerkschaft der Flugsicherung läuft gegen die Pläne Sturm. Sie befürchtet, dass künftig fachfremdes Billigpersonal und Leiharbeiter eingestellt werden könnten, und prophezeit eine "erschreckende Absenkung" des Sicherheitsniveaus und der sozialen Standards für die Beschäftigten.

Die GdF hat deshalb schon einmal mit Streiks vor und während der Fußball-WM gedroht, sollten keine Vereinbarungen zum Schutz der Mitarbeiter vor Rationalisierungen erreicht werden. Schon einmal probten die Lotsen den Aufstand: 1973 führte ein "Bummelstreik" zu massiven Beeinträchtigungen des Flugverkehrs. Am Nachmittag will die Gewerkschaft in Neu-Isenburg über einen möglichen Arbeitskampf informieren.
 

1800 Fluglotsen sorgen für Sicherheit

Die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) ist für die Kontrolle des deutschen Flugverkehrs zuständig. Nahezu alle Flüge von Verkehrsmaschinen im deutschen Luftraum werden von der DFS koordiniert, auch wenn sie im Transit nur über Deutschland hinwegfliegen. Das Unternehmen hat heute rund 5300 Mitarbeiter, darunter sind 1800 Fluglotsen. Ihr Hauptsitz befindet sich in Langen unweit des Frankfurter Flughafens, allerdings ist sie auch an bundesweit 19 internationalen und regionalen Flughäfen tätig. Im Jahr 2004 erzielte die Flugsicherung bei einem Umsatz von 923,4 Millionen Euro einen Jahresüberschuss von 36,3 Millionen Euro.

Die Geschichte der DFS geht auf die 1953 gegründete Bundesanstalt für Flugsicherung zurück. 1993 entstand aus der Bundesbehörde die privatrechtlich organisierte GmbH. Dafür hatte der Deutsche Bundestag das Grundgesetz sowie das Luftverkehrsgesetz geändert. Eigentümer der Gesellschaft ist bislang zu 100 Prozent der Bund.
 
Redaktion: rame
Bild: © dpa
Stand: 28.03.2006
 
 

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