Mehr als 1500 Schüler und Studenten haben am Donnerstag in Kassel gegen die geplanten Studiengebühren in Hessen protestiert. Heute wollen Studierende in Marburg demonstrieren.
In einem Sternmarsch in Kassel waren die Demonstranten zunächst zum Rathaus gezogen. Auf dem zentralen Königsplatz stellten sich die Studenten in einem großen Kreis auf und machten ihrem Unmut mit Trillerpfeifen Luft. Während der Demonstration gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen auf den Hauptstraßen der Innenstadt. Die Straßenbahnen mussten umgeleitet werden und die Polizeikräfte versperrten den Demonstranten den Zugang zum Rathaus.
Daraufhin stürmten sie über eine Haupteinfallsstraße in Richtung der Privatwohnung von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) in der Kasseler Südstadt. Der Aufruf zum Protest gegen die von der CDU-Regierung beabsichtigte Einführung von Studiengebühren wurde unterstützt von Gewerkschaften, der SPD, den Grünen sowie der Kasseler Linken.
Hochrechnung über 9300 Euro Gesamtgebühren
Suche reiche Adoptiveltern stand auf einem der Transparente, Wir lassen uns nicht auskochen hieß es auf einem anderen. Auf einem Plakat hatte ein Student die Gesamtgebühren für sein Studium zusammengerechnet, die sich nach seiner Kalkulation auf 9300 Euro summieren werden. Vom Herbst 2007 an sollen pro Student und Semester 500 Euro Gebühren erhoben werden.
Darmstadt gegen Studiengebühren
Das Stadtparlament von Darmstadt hat sich in einer Resolution gegen die Einführung von Studiengebühren gestellt. In der Resolution fordert das Parlament den Magistrat auf, mit aller Macht auf die Landesregierung einzuwirken, ihre Entscheidung wieder zurückzunehmen. Gebühren seien ungerecht, bildungsfeindlich und ein Verstoß gegen die hessische Verfassung, erläuterte der SPD-Stadtverordnete Michael Siebel. Die CDU stimmte gegen das von SPD und den Grünen beantragte Werk. Die FDP beteiligte sich nicht an der Abstimmung. Anwesende Studenten applaudierten.