In Kassel haben am Freitag erneut Studierende gegen die Einführung von Studiengebühren protestiert. Innenminister Volker Bouffier (CDU) warnte unterdessen davor, die WM mit gewalttätigen Aktionen zu stören.
"Es ist logisches Recht, für seine Interessen auf die Straße zu gehen", sagte Bouffier am Freitag auf dem Hessentag in Hessisch Lichtenau. Allerdings dürfe die Fußball-WM nicht zweckentfremdet werden. "Bürgerbüros stürmen, Beamte mit Flaschen bewerfen und Brandkörper werfen geht nicht", sagte der Innenminister. Das sollten die Studenten bedenken. Die WM dürfe von den Demonstrationen nicht gestört werden.
Ein zum Kreditinstitut umfunktioniertes Kasperletheater.
Unterdessen protestierten am Freitag in Kassel erneut dutzende Studenten mit bunten Aktionen in der Fußgängerzone gegen Studiengebühren. Einige bettelten und hatten sich Schilder umgebunden, auf denen stand: "Hast Du mal mindestens 500 Euro?" Ein Student machte als Schuhputzer verkleidet seinem Unmut Luft, während zwei Studentinnen als Prostituierte ausstaffiert demonstrierten: "Wir sind jung und brauchen das Geld zum studieren", klärten sie das Publikum auf.
Kritik von der Gewerkschaft der Polizei
Protest gegen Studiengebühren in Kassel.
Die Gewerkschaft der Polizei hatte der Landesregierung am Donnerstag vorgeworfen, die Studenten-Proteste zur Unzeit vom Zaun gebrochen zu haben. Die Regierung hätte das Gesetz zur Einführung von Studiengebühren auch nach der WM angehen können. Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte dazu am Freitag, zur Wahrung von Fristen und des Vertrauensschutzes der Studenten sei die Gebührenentscheidung schnell nötig.