Bei dem angeblichen Wundermittel gegen Krebs handelte es sich nur um ein Vitaminpräparat aus Russland
200 Krebskranke hatten auf das Medikament Galavit gehofft. Doch bei dem angeblichen Wundermittel handelte es sich um ein wirkungsloses Vitaminpräparat. Wegen Millionenbetrugs müssen sich fünf Männer vor dem Landgericht Kassel verantworten.
Die an Krebs erkrankten Menschen hatten sich vor sechs Jahren in einer nordhessischen Privatklinik mit dem russischen Medikament "Galavit" behandeln lassen. Doch bei dem angeblichen Wundermittel gegen Krebs handelte es sich lediglich um ein russisches Vitaminpräparat, so die Staatsanwaltschaft Kassel.
Vitaminmittel für einen Bruchteil des Betrags gekauft
Der Prozess beginnt in zwei Wochen, bestätigte das Landgericht am Montag. Die Ermittlungen dauerten fünf Jahre. Angeklagt sind fünf Männer wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs. Unter ihnen ist auch ein Arzt. Laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft hatten sich die Männer vor sechs Jahren in einer nordhessischen Privatklinik eingemietet und dort das Präparat Galavit für umgerechnet gut 8000 Euro an Krebspatienten verkauft. Auch für deren Pflege wurde kassiert. Das Vitaminpräparat hätten sie, so die Staatsanwaltschaft, zuvor für einen Bruchteil des Betrags in Russland gekauft.
Zu den Patienten gehörte auch der Schauspieler Ivan Desny
Der Hauptangeklagte soll 1,7 Millionen Euro verdient haben. Das von den fünf Angeklagten gegründete "Onkologieinstitut" war nach einem Jahr geschlossen worden, nachdem Experten und Behörden vor dem wirkungslosen "Wundermittel" gewarnt hatten.
Knapp 200 solcher Behandlungen wirft die Staatsanwaltschaft den Männern vor - die meisten Patienten seien inzwischen tot. Zu den verstorbenen Patienten gehört auch der Schauspieler Ivan Desny. Mit dem aus zahlreichen Serien und "Tatort"-Filmen bekannten Darsteller war für das Mittel geworben worden.