Bei den Aufmärschen der rechtsextremen NPD am 1.Mai in Raunheim und Rüsselsheim ist es zu Ausschreitungen gekommen. Gegendemonstranten wollten die gerichtlich genehmigten Veranstaltungen verhinderten.
Bei Kontrollen von etwa 1000 Personen und Fahrzeugen stellten Polizeibeamte Baseballschläger, Ketten und Messer sicher. Auch ein mit Glassplittern gefülltes Würstchen, das offenbar für einen Polizeihund bestimmt war, wurde sichergestellt.
Die Polizei nahm 43 Demonstranten fest. 83 gewaltbereite Linke seien in Gewahrsam genommen worden, teilte die Polizei mit. Ein Großaufgebot von Polizisten verhinderte gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen beiden Gruppen.
Brand am Bahndamm stoppte S-Bahn mit Rechtsextremen
Am Mittag hatten sich etwa 200 Rechtsextreme in Raunheim versammelt. Dort versuchten etwa 450 Nazi-Gegner, eine Polizeikette zu durchbrechen. Dabei gab es auf beiden Seiten Verletzte. Als die Rechtsextremen nach Rüsselsheim weiterfahren wollten, wurde die S-Bahn durch ein Feuer am Bahndamm mehr als eine Stunde aufgehalten. Unbekannte hatten eine Böschung und einen Verteilerkasten in Brand gesetzt.
Demonstranten steckten Müllcontainer an
Vermummte Demonstranten bewerfen am Rande einer 1. Mai-Kundgebung in Rüsselsheim Polizisten mit Gegenständen
In Rüsselsheim versuchten hunderte Gegendemonstranten immer wieder, die NPD-Anhänger aufzuhalten. Sie errichteten Barrikaden und steckten einen Müllcontainer in Brand. Die Polizei löschte mit Wasserwerfern. Polizeikräfte wurden mit Steinen beworfen. Dabei wurde ein 31 Jahre alter Beamter am Kopf verletzt.
Oberbürgermeister hatte zu "deutlichem Zeichen" aufgerufen
In Rüsselsheimer demonstrierten etwa 6000 Menschen friedlich gegen den NPD-Aufmarsch. Der DGB hatte gemeinsam mit 65 Vereinen und Organisationen zu friedlichen Aktionen aufgerufen. Nach Angaben des Vorsitzenden des DGB-Ortsverbandes, Guido Casu, fanden Veranstaltungen in der Innenstadt auf fünf Plätzen statt. Rüsselsheims Oberbürgermeister Stefan Gieltowski (SPD) hatte dazu aufgerufen, ein "deutliches Signal gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen".