Wegen der Blockaden konnte die NPD-Kundgebung im Frankfurter Stadtteil Hausen erst mit mehr als zwei Stunden Verspätung beginnen. Unter den 750 Rechtsradikalen waren auch Teilnehmer aus Italien, Schweden und England. Nach Zeugenangaben wurden auch verbotene Parolen gerufen. Zwei Rechtsextreme wurden festgenommen.
Linke Demonstranten bewarfen die Rechten mit Flaschen, Eiern und Steinen. Die Polizei setzte einen Wasserwerfer ein. Drei Beamte wurden durch eine Säureattacke verletzt.
Durch die Gleis-Blockaden war zeitweise der Nahverkehr im Rhein-Main-Gebiet zum Erliegen gekommen. Nach Angaben der Polizei legten die Gegendemonstranten, die unvermummt auftraten, Böschungsbrände und zerstörten Signalanlagen, am Hauptbahnhof wurden Schaltkästen beschädigt. Der Schaden wird auf 300.000 Euro geschätzt. "Wir haben uns den Nazis in den Weg gestellt. Das Betreten der Gleise ist zwar vielleicht illegal, aber legitim", sagte ein Sprecher der linken Gegendemonstranten.
8.000 Polizisten im Einsatz
Im Zuge der Blockaden nahm die Polizei nach eigenen Angaben rund 190 Menschen fest - 165 wurden inzwischen wieder entlassen. Bei einigen Autonomen wurden Stahleinlagen in Schuhen sicher gestellt. Ein Polizeisprecher sprach von einer hohen Gewaltbereitschaft. Die Polizei war mit rund 8.000 Beamten im Einsatz. Der Stadtteil Hausen war hermetisch abgeriegelt. Über den Straßen kreisten Polizeihubschrauber. Wer in den Stadtteil wollte, musse mehrere Sperren passieren.
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