Der Frankfurter Rabbi liegt nach der Messerattacke noch immer im Bürgerhospital
Noch immer ist fraglich, ob das Attentat auf den Frankfurter Rabbiner einen antisemitischen Hintergrund hatte. Der mutmaßliche Täter ist offenbar schon früher durch Gewalttaten aufgefallen auch gegen Nicht-Juden.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Bild"-Zeitung über die bisherige kriminelle Karriere des 22 Jahre alten Deutschen mit afghanischer Abstammung. Für mehrere Taten war er im Januar 2007 von einem Jugendrichter in Frankfurt-Höchst verwarnt und mit zwei Wochen Arrest belegt worden.
Auf Hausmeister geschossen
Der junge Mann hatte laut "Bild" den Hausmeister des Hochhauses, in dem er mit seinen Eltern wohnte, im Frankfurter Nachbarort Hattersheim mit der Faust geschlagen und vier Schüsse aus einer Gaspistole auf ihn abgegeben. Er habe ihn dabei als "Scheiß-Deutschen" bezeichnet, sagte das Opfer der Zeitung. Mit einem Messer soll der 22-Jährige auch noch einen anderen Nachbarn sowie einen Busfahrer bedroht haben. Wegen des Streits mit dem Busfahrer musste er eine Geldstrafe zahlen.
Den orthodoxen Rabbiner soll der Angreifer nach Zeugenaussagen bei seiner Attacke am 7. September Woche als "Scheiß-Juden" beschimpft haben. Der in Weiterstadt inhaftierte Beschuldigte hat zwar die Messerattacke zugegeben, aber jegliches antisemitische Motiv wie auch die Tötungsabsicht bestritten. Der Vorfall hatte eine Diskussion über die Sicherheit von Juden ausgelöst.