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28.10.2007

Koch verteidigt Merkel

"Haubentaucher-Vergleich ist unverfroren"

Ein Haubentaucher (Bild:  picture-alliance/dpa)
Ein Haubentaucher unterwegs - mit diesem Tier wurde Bundeskanzlerin Merkel von der SPD-Linken Nahles verglichen.
Die Bandagen in der Politik werden härter. Als "innenpolitischen Haubentaucher" bezeichnete die neue stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende Andrea Nahles die Bundeskanzlerin. Hessens CDU-Chef Roland Koch sprang Angela Merkel bei und bezeichnete die Nahles-Äußerung als "Unverfrorenheit".
 

Zitat

Haubentaucher

"Die Kanzlerin ist ein innenpolitischer Haubentaucher. Sie fischt immer unterhalb der Wasseroberfläche nach Dingen, mit denen sie sich schmücken kann. Oberhalb der Wasserlinie, dort wo einem schon mal ein Ast auf den Kopf fallen kann, fischt sie nicht."

Andrea Nahles in der "Welt am Sonntag"
Die Kanzlerin fische unterhalb der Wasseoberfläche nach Dingen, mit denen sie sich schmücken könne, hatte Nahles in einem Interview der "Welt am Sonntag" zu ihrem Haubentaucher-Vergleich erklärt. "Ich frage mich nur, ob Deutschland auf Dauer einen Haubentaucher als Kanzlerin akzeptieren kann." Schließlich werde es "immer deutlicher, dass die Konflikte der Großen Koalition die innenpolitischen Konflikte sind", sagte die SPD-Linke weiter.

"Langsam die Faxen dicke"

In einer Art Rundumschlag kritisierte Nahles mehrere Bundesminister der Union. Die SPD werde es nicht länger hinnehmen, dass Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) "ständig mit weit über den rechtsstaatlich vertretbaren Rahmen hinausgehenden Forderungen" provoziere. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) habe zwar das Briefmonopol abgeschafft, stehe aber nicht zum Mindestlohn für Postdienstleister. Außerdem wolle Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) "kleine Kinder zu Testkäufern für Alkohol machen", bemängelte Nahles weiter. "Wir haben langsam die Faxen dicke. Und wir brauchen auch mal eine Kanzlerin, die es nicht als unter ihrer Würde empfindet, sich um das zu kümmern, was die Leute in Deutschland wirklich angeht, was dringlich und wichtig ist", sagte sie.
 

Koch: Bemerkenswerte Niveaulosigkeit

Der hessische Ministerpräsident und stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Roland Koch wies die Äußerungen von Nahles als "eine Unverfrorenheit und eine bemerkenswerte Niveaulosigkeit" zurück. Es sei dreist, wenn Nahles sich einerseits vermeintlich darum sorge, die Arbeit der Koalition werde nicht leichter, sich andererseits "zum Einstand als stellvertretende SPD-Vorsitzende schon mit ihrer Wortwahl in solche Untiefen des politischen Niveaus" begebe. Merkel genieße bei den Menschen in Deutschland allerhöchstes Vertrauen, habe hohes Ansehen in Europa und der Welt, sagte Koch am Sonntag in Wiesbaden.
 
Redaktion: roro / rame
Bild: © picture-alliance/dpa
 
 

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