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5.11.2007

Brüssel gibt nach

Apfelwein bleibt "Apfelwein"

Mit so viel Widerstand hatte die EU wohl nicht gerechnet: Im "Äppler-Streit" lenkt Brüssel nun offenbar ein. Der Präsident des EU-Parlaments, Pöttering, sicherte Frankfurts Oberbürgermeisterin Roth am Montag zu, dass Hessens Nationalgetränk weiter "Apfelwein" heißen darf.

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Das Frankfurter Stadtoberhaupt traf sich am Montagabend mit dem Parlamentspräsidenten, um ihm reinen (Apfel-)Wein einzuschenken. Und dieser zeigte schnell großes Verständnis: "Hier ist die Kommission einen Weg gegangen, den wir nicht gehen können", kommentierte der CDU-Politiker Pöttering den in der vergangenen Woche bekannt gewordenen EU-Entwurf zur neuen Weinmarktordnung. Dieser sah vor, den Begriff "Wein" nur noch für Getränke zuzulassen, die aus Trauben hergestellt werden.

Pöttering sicherte den Hessen seine volle Unterstützung zu und gab an, er wolle seine Position am Dienstag dem Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso mitteilen. "Ich werde ihm sagen, dass das völlig unakzeptabel ist", so Pöttering. Die letzte Entscheidung treffen aber schließlich die Landwirtschaftsminister der EU-Staaten. Doch auch hier hatte Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) den Hessen bereits seine volle Unterstützung zugesagt.
 

Welle der Empörung

Dass der Hesse beim Apfelwein keinen Spaß versteht, hatte die EU-Kommission bereits in den vergangenen Tagen zu spüren bekommen. Mit Unverständnis und einer Welle der Empörung war landauf, landab auf den neuen Gesetzentwurf reagiert worden. Doch schnell kamen aus Brüssel versöhnliche Worte. Man wolle "versuchen, eine pragmatische Lösung zu finden", sagte Kommissionssprecher Michael Mann am Montag. Denkbar ist eine Schutzklausel für den Namen "Apfelwein", die in das neue Gesetz aufgenommen werden könnte.

"Die Kommission scheint in dieser Frage langsam Problembewusstsein zu zeigen", war auch der hessische CDU-Europaabgeordnete Michael Gähler nach Gesprächen mit Kommissionsvertretern zufrieden. Brüssel rechnet weiter damit, dass die künftige Weinmarktordnung noch im Dezember endgültig verabschiedet werden kann.
 
Redaktion: stre / kahu
 
 

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