Ein Aufmarsch der Rechtsextremen hat am Samstag für Unruhe in Offenbach gesorgt. Zum Auftakt des NPD-Landtagswahlkampfs zogen rund 50 Anhänger in die Innenstadt. Doch weit kamen sie nicht. 150 Gegen-Demonstranten machten gegen sie mobil.
Mit so viel Widerstand hatten die Rechtsextremen wohl nicht gerechnet. Nach nur wenigen hundert Metern stockte ihr Demonstrationszug durch die Offenbacher Innenstadt, weil zahlreiche Gegen-Demonstranten den Weg blockierten. Als die NPD-Anhänger mit Gewalt die Polizeiabsperrung durchbrechen wollten, bekamen sie Prügel.
Auch NPD-Landesvorsitzender Marcel Wöll legte sich mit der Polizei an. Er durfte ebenfalls nicht weitermarschieren.
Als die Polizei verkündete, dass sich die NPD zurückziehen werde, brach spontaner Jubel bei den Gegen-Demonstranten auf. Sie hatten zunächst in einer Mahnwache am Bieberer Berg gegen die NPD-Versammlung protestiert, hatten sich dann aber entschlossen, in die Innenstadt zu ziehen, wo die NPD demonstrierte.
Wirt kündigt NPD
Ursprünglich sollte der Wahlkampfauftakt der NPD in einer Offenbacher Kneipe stattfinden. Doch der Wirt der Gaststätte kündigte den Rechtsextremen kurzfristig den Mietvertrag für den Saal, als er erfuhr, dass bei ihm eine Parteiveranstaltung geplant sei.
Der Offenbacher Magistrat hatte am Mittwoch den Aufmarsch der Rechtsextremen genehmigt. Laut Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) hätte der Versuch, die Demonstration zu verbieten, vor Gericht keinen Bestand gehabt. Man habe die Veranstaltung zudem nicht zu hoch hängen wollen, da man mit nur wenigen Teilnehmern gerechnet habe, sagte er in der Presse.
Vertreter der Gewerkschaften und mehrerer Parteien erinnerten in einer Gedenkveranstaltung am Stadion an Manfred Weinberg. Dieser hatte 1932 verhindert, dass Adolf Hitler auf dem Bieberer Berg eine Rede hielt.