Die neue Landebahn beschäftigt weiter die Politik.
Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) will prüfen, ob die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen weniger genutzt werden könnte. Die Frankfurter CDU hat das vorgeschlagen, um Fluglärm zu reduzieren.
"Alle Vorschläge, die im Sinne der Betroffenen helfen können und umsetzbar sind, sind willkommen", sagte Rentsch am Donnerstag in Wiesbaden. Der Frankfurter Flughafen sei der Jobmotor der Region. "Die Kehrseite der Medaille ist die Belastung der Menschen im Rhein-Main-Gebiet."
Rentsch betonte, er nehme das Problem ernst und habe deshalb eine Kontrollgruppe eingesetzt. Diese soll die Umsetzung der einzelnen Schritte zur Lärmminderung überwachen, die in der "Allianz gegen Fluglärm" zwischen Regierung und Luftfahrt vereinbart worden sind.
Nach ihrem Debakel bei der Oberbürgermeisterwahl im März hatte die Frankfurter CDU ein Aktionsprogramm gegen Fluglärm erarbeitet. Unter dem Titel "Frankfurter Süden schnell vom Fluglärm entlasten" wird darin gefordert, in den beiden Randstunden von 22 bis 23 Uhr und von 5 bis 6 Uhr die neue Nordwestlandebahn nur dann anzufliegen, wenn die anderen drei Bahnen belegt sind.
Die Anflugroute der neuen Landebahn von Osten her liegt etwa anderthalb Kilometer näher am Frankfurter Stadtzentrum. Vor allem die Stadtteile Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad sind dadurch zusätzlich mit Fluglärm belastet. Hier hatte die CDU bei der OB-Wahl massiv Stimmen eingebüßt. So liegt es nahe, dass sie mit ihrem am Mittwochabend vorgestellten Programm hier auch wieder Land gut machen will.
CDU: Bis zu 30.000 Frankfurter betroffen
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Mit ihrem Vorschlag spricht sich die CDU - anders als der künftige Frankfurter OB Peter Feldmann (SPD) - gleichzeitig nicht für ein erweitertes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr aus. Auch hält sie die Erweiterung des Flughafens nach wie vor für notwendig. Die neue Bahn solle aber nur von Flugzeugen angeflogen werden, die unter noch festzulegenden Lärmwerten liegen.
Seit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn sei der Fluglärm zu einer "erheblichen Belastung für mindestens 20.000 bis 30.000 der 90.000 Bewohner der drei südlichen Stadtteile" geworden. Damit seien in Frankfurt weit mehr Menschen betroffen als in irgendeiner anderen Stadt im Umfeld des Flughafens.