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24. April 1909 - 13. März 1987

Bernhard Grzimek

Tierfilmer und Moderator


 

Im Oktober 1956, als das Fernsehen noch schwarzweiß war, engagierte der Hessische Rundfunk einen Autoren und Moderator, der begleitet von der Gepardin „Cheetah“ und anderen exotischen Tieren einen Fernsehklassiker in der ARD gründete: "Ein Platz für Tiere". Der Frankfurter Zoodirektor Bernhard Grzimek entwickelte in 175 Folgen diese Sendung zu einem Erfolg, die ihm alle Fernsehpreise, Spenden für den Naturschutz in Höhe von 30 Millionen DM und die Bezeichnung "bester TV-Hauslehrer" (Hör Zu 1969) einbrachte.

1980 wollte er sich mit der 150. Sendung vom Fernsehpublikum verabschieden. Doch schon im Februar 1981 strahlte der hr als Comeback weitere Fortsetzungen aus. Das Motto der Produktion war immer "zwei Drittel Unterhaltung und ein Drittel Aufklärung", wie Grzimek sagte. Wenn er am Studiotisch saß, strahlte er menschliche Wärme und Kompetenz aus. Die Zuschauer wurden mit "Guten Abend, meine Freunde" begrüßt.
 

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Ein Leben für die Tierwelt: Grzimeks Vermächtnis an die Menschheit (2008).
Bernhard Grzimek war gebürtiger Schlesier und Sohn eines Justizrats. Schon als Zehnjähriger begann er im Garten der Eltern Zwerghühner zu züchten.

Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Neisse studierte er in Leipzig Veterinärmedizin und Zoologie. 1932 promovierte er zum Dr.med.vet. in Berlin, wo er in Stadtnähe bereits eine Geflügelfarm und Spargelplantage betrieb. Damit hatte er sein Studium finanziert. Der Vater war früh gestorben.

Grzimeks erste Berufsstation war das Reichsernährungsministerium, in dem er sich als Tierarzt um die Bekämpfung von Hühnerseuchen, Rindertuberkulose und die Transportorganisation des Eierhandels kümmerte.
 

Seine wissenschaftlichen Handbücher zu diesen Themen erreichten große Auflagen und wurden in viele Sprachen übersetzt. Parallel arbeitete Grzimek in der Verhaltenforschung und Tierpsychologie mit Affen, Wölfen und Pferden.

Am zweiten Weltkrieg nahm er als Soldat teil und erreichte nach Kriegsende im Frühjahr 1945 das halbzerstörte Frankfurt am Main. Er übernahm die Leitung des völlig zerstörten zoologischen Gartens, dessen Auflösung bereits beschlossen war. Es gelang ihm zusammen mit seinem Assistenten Richard Faust, diesen Zoo wieder aufzubauen und zu erweitern.
 

In den folgenden Nachkriegsjahren unternahm er, begleitet von seinem Sohn Michael, ausgedehnte Forschungsreisen nach Afrika, Japan, Kanada, UdSSR, Australien und Südamerika. Der Tier- und Urwalddokumentarfilm "Kein Platz für wilde Tiere", den beide Grzimeks drehten, erhielt 1956 den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele.

Ostafrika war das Gebiet, in dem die Grzimeks wissenschaftliche Erhebungen über Wildbestände und Tierwanderungen mit einem Spezialflugzeug durchführten. Bei Dokumentaraufnahmen zu dem Film "Serengeti darf nicht sterben" (Oscar für besten Dokumentarfilm 1959) starb Michael Grzimek.
 

Mit aller Energie arbeitete Bernhard Grzimek weiter für den Naturschutz. Zum finanziellen Nutzen der ostafrikanischen Länder Kenia, Tansania und Uganda propagierte er die Ideen des Fotosafari-Tourismus und der Nationalparks in Afrika. Ende 1966 war mit Hilfe der Naturschutz Spenden die Umwandlung des Meru-Gebietes in Kenia in einen Nationalpark möglich.

Hartnäckige Kämpfe focht der streitbare Grzimek gegen die Mißstände im Natur-und Umweltschutz aus. Er legte sich mit Robbenfängern, Fabrikanten von Krokodilledertaschen und den prominenten Trägerinnen von Wildkatzenmänteln an.

Daneben veröffentlichte er zahlreiche Bücher und war Herausgeber der Enzyklopädie "Grzimeks Tierleben", die 200 Wissenschaftler als Mitarbeiter hatte und zum Standardwerk wurde (1967-74).

Anfang der siebziger Jahre - Umweltschutz war ein neues Thema der Politik - ernannte Bundeskanzler Willy Brandt Grzimek zum Bundesbeauftragten für Naturschutz. Er trat kurzfristig zurück, als er merkte, daß er nicht viel bewirken konnte und engagierte sich für die "Grüne Aktion Zukunft".
 

Seine Zeit als Zoodirektor in Frankfurt beendete er im April 1974 mit 65 Jahren nach der Zusage der Stadt Frankfurt für einen zweiten Zoo im Nidda-Tal. Sein Nachfolger war Dr. Richard Faust.

Die Forschungs- und Medienarbeit für den Umweltschutz setzte Grzimek fort. Seit 1971 war er Präsident der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, 1975 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des BUND und ab 1978 war Ehrensenator im World Wildlife Fund, um nur einige Funktionen Grzimeks im "Unruhezustand" zu nennen. 1983 erhielt er den Umweltpreis der Zeitschrift "Geo". Bernhard Grzimek lebte seit seiner Pensionierung in Unterfranken. Dort betrieb er eine Araber-Pferdezucht. Er war seit 1978 in zweiter Ehe verheiratet und hatte drei Söhne.
 

Bei einem Besuch des in Frankfurt gastierenden Zirkus Althoff starb er unerwartet am 13. März 1987 in der Zuschauerarena. hr-Intendant Hartwig Kelm und Richard Faust würdigten Grzimek in einer Nachruf-Sendung für die 30-jährige Arbeit an der TV-Sendung "Ein Platz für Tiere" und den Weltruf, den der Zoologe für den Frankfurter Zoo erreicht hat. Bundespräsident Richard von Weizsäcker sprach von Grzimeks Arbeit als "unschätzbaren Beitrag zur Wahrung der Schöpfung".
 
Redaktion: vemo
 
 

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