Ist der Käse echt? Auch auf Pizzen wird das Imitat verwendet.
Die Landesregierung schlägt zurück: Pizzabäcker und andere, die so genannten Analogkäse ohne Kennzeichnung verwenden, sollen im Internet öffentlich gemacht werden.
Das Verbraucherschutzministerium kündigte am Mittwoch strengere Kontrollen bei der Verwendung von Analogkäse an. Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU) sagte in hr-iNFO, Pizzabäckern und Lebensmittelbetrieben drohe die Veröffentlichung ihres Namens im Internet, falls sie zwei Mal in Folge dabei erwischt würden, den Käseersatz ohne korrekte Kennzeichnung zu verwenden. Er erinnerte daran, dass Käse zu 100 Prozent aus Milch hergestellt sein müsse - so bestimme es auch die EU. "Alles andere ist Irreführung und das lassen wir nicht durchgehen."
Im Visier sind Käsehändler, Pizzabäcker, Gastwirte und Brötchenverkäufer. Weinmeister berichtete, die Überprüfungen des Landeslabors hätten gezeigt, wie wichtig die Kontrollen seien. Seit 2007 habe das Labor über 200 Proben genommen - jede fünfte sei beanstandet worden. Allein beim Börek, einer türkischen Blätterteig-Zubereitung, sei in jeder zweiten Probe Analogkäse nachgewiesen worden. Auch jedes fünfte Käsebrötchen hielt nicht, was der Name versprach.
Gemisch aus Pflanzenfett, Wasser und Eiweißpulver
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte bereits in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sie auf europäischer Ebene gegen die zunehmende Verwendung des Käse-Imitats vorgehen wolle. Wirtschaft und Verbraucherschützer hatten die Verwendung des Analogkäses immer wieder kritisiert.
Das Käse-Imitat ist ein Gemisch aus Pflanzenfett, Wasser und Eiweißpulver. Es landet immer häufiger ohne Wissen der Verbraucher in Fertiggerichten, auf Pizzen oder Brötchen. Der Analogkäse ist etwa 40 Prozent günstiger als Käse, weshalb er vor allem in der Gastronomie gerne verwendet wird. Nach Angaben der Lebensmittelwirtschaft nutzt die deutsche Tiefkühlindustrie das Käse-Imitat aber nicht.