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Schinken oder Imitat? Für Verbraucher kaum zu erkennen. (Bild:  colourbox.com)
Schinken oder Imitat? Für Verbraucher kaum zu erkennen.
3.07.2009

Verbrauchertäuschung

Mogelschinken auf vielen Tellern

Nach dem "Analog-Käse" sorgt falscher Schinken für Aufregung: Viele Gastwirte servieren statt Kochschinken billiges Imitat. Das ergaben Kontrollen des Landes. Den Wirten droht nun der Internet-Pranger.
 

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Falscher Schinken auf der Pizza 2:59 Min
(© hr | hessenschau, 03.07.2009)
Bei dem Schinkenersatz liegt der tatsächliche Fleischanteil teilweise unter 50 Prozent. Seit 2006 wurden in Hessen insgesamt 528 Proben bei Gastronomen, Herstellern und Händlern genommen. Ergebnis: in fast jedem dritten Fall wurde Mogelschinken verwendet. "Immer häufiger ist festzustellen, dass in den Gaststätten ein minderwertiges Produkt als angeblicher Kochschinken serviert wird", sagte Verbraucher- Staatssekretär Mark Weinmeister in hr-iNFO. Besonders häufig seien die Beanstandungen in Gaststätten gewesen, wo sogar in zwei Dritteln der Proben, etwa für Schinken-Pizza oder Schinken-Nudeln, nur das billige Imitat verwendet worden sei.
 

"Schnittfestes Stärke-Gel"

Stärkemittel statt Fleisch 2:25 Min
(© Walter Krauss, hr, 02.07.2009)
Der falsche Schinken bestehe zum großen Teil "aus schnittfestem Stärke-Gel, in das kleine Fleischstücke eingebettet sind". Der Fremdwassergehalt sei im Vergleich zu echtem Schinken sehr hoch, der von tierischem Eiweiß hingegen extrem niedrig.

"Das ist üble Verbrauchertäuschung", sagte Weinmeister in hr-iNFO. "Wer Mogelschinken ohne ausreichende Kennzeichnung in Verkehr bringt, begeht zumindest eine Ordnungswidrigkeit. Bei nachgewiesenem Vorsatz liegt sogar eine Straftat vor." Weinmeister kündigte an, die Lebensmittelkontrolle werde ähnlich hart durchgreifen wie beim "Analog-Käse". Jedem, der das Imitat wiederholt ohne korrekte Kennzeichnung verwende, drohe die Veröffentlichung seines Namens im Internet.
 

Bessere Kennzeichnung gefordert

Die hessischen Grünen forderten die Landesregierung auf, sich verstärkt für eine bessere Kennzeichnung der betroffenen Lebensmittel einzusetzen. Das Verbraucherschutzministerium müsse zudem endlich seine Ankündigung von Mai umsetzen, wonach die Namen derjenigen veröffentlicht werden sollten, die zum zweiten Mal bei der Verwendung von Analog-Käse erwischt werden.

Laut Verbraucherschützern ist das Problem mit Mogelschinken schon lange bekannt. Auch sie fordern schärfere Kennzeichnungsregeln und eine Informationspflicht. "Schinken ist seit Jahren auffällig", sagte Andrea Danitschek von der Verbraucherzentrale Bayern. Die Organisation Foodwatch fordert, dass Behörden Beanstandungen bei Lebensmittelkontrollen auch von sich aus öffentlich machen müssten. Außerdem reiche es nicht, die Bezeichnung "Schinken" oder "Käse" bei den Imitaten zu verbieten - vielmehr müssten sie für den Verbraucher deutlich als Imitate gekennzeichnet sein.
 
Redaktion: frbe
 
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