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25.10.2009

Von Darmstadt bis Kassel

Videoüberwachung nimmt zu

Videoüberwachungskamera im Bus
Videoüberwachungskamera im Bus
Verkehrsbetriebe arbeiten angesichts der jüngsten Übergriffe an einer weiteren Verbesserung der Sicherheit. Überwachungskameras werden zunehmend eingesetzt. Eine Vorreiterrolle spielt Kassel.
 

Video-Überwachungstechnik ist längst Alltag im öffentlichen Nahverkehr der nordhessischen Großstadt, wie eine dpa-Umfrage zeigt. Rund die Hälfte der Trams verfügen laut Heidi Hamdad von den Kasseler Verkehrsbetrieben über Kameras. Die modernen 28 Regiotrams, die durch die Stadt fahren, seien gar durchgängig mit der Technik ausgestattet. Zudem "haben wir an den neun wichtigsten Haltestellen Videokameras installiert", erklärt Verkehrsbetriebe-Sprecherin Hamdad.
 

Zwei Drittel der Busse in Hanau überwacht

Auch in Hanau wird verstärkt auf Videoüberwachung gesetzt. Jedes der seit 2002 neu angeschafften Fahrzeuge verfüge über die Technik, teilte die Hanauer Straßenbahn GmbH (HSB) mit. Fast zwei Drittel der insgesamt 59 Busse seien inzwischen videoüberwacht. Am Zentralen Omnibusbahnhof stehen an elf Haltestellen zusätzlich Kameras.

Nachholbedarf im Rhein-Main-Gebiet

Etwas schleppender verläuft offenbar der Einsatz der Videoüberwachung in den Nahverkehrsbetrieben im Rhein-Main-Raum. In Frankfurt befänden sich in jeder zehnten der 103 Straßenbahnen Kameras, erklärt Bernd Conrads, Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). 54 weitere Straßenbahnen seien technisch vorgerüstet. Seit 2007 werden auch Busse mit Videokameras bestückt. Inzwischen komme in 37 von 180 Bussen in Frankfurt die Technik zum Einsatz.

 
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Bei den U-Bahnen herrscht noch Nachholbedarf. Derzeit würden die Kosten für die Nachrüstung einer älteren U-Bahn-Generation geprüft, heißt es von der VGF. Für den neuen Wagentyp U5, der im Herbst letzten Jahres in Betrieb ging, ist die Videoüberwachungstechnik verfügbar.

In Wiesbaden sind laut der Verkehrsgesellschaft ESWE ein Drittel der insgesamt 225 Busse mit Videokameras ausgestattet. Die Investitionen sollen vorangetrieben werden. 2010 soll die Technik in weiteren 17 Bussen Einzug halten. Zusätzlich werden laut ESWE sieben größere Haltestellen in der Wiesbadener Innenstadt Video-überwacht.

RMV setzt auf Sicherheitspersonal und neue S-Bahnen

Bei Bahn und Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hält man sich bei Angaben über die Sicherheitstechnik sehr bedeckt. „Wenn man sagt, wo was ist, sagt man gleichzeitig, wo nichts ist“, meint RMV-Sprecherin Petra Eckweiler. Sie betont aber, dass die Sicherheitsvorkehrungen ein zentrale Bereich für den RMV seien, "der uns stark bewegt". Alle neuen Ausschreibungen des RMV für S-Bahn-Wagen zum Beispiel seien an eine Videoüberwachung gebunden. Nach 21 Uhr fahre zudem regelmäßig Sicherheitspersonal der Deutschen Bahn in S-Bahnen mit. Bewährt hätten sich auch die seit 2002 eingesetzten neuen S-Bahnen, die durchgängig zu begehen sind. "Das verstärkt das Sicherheitsgefühl", meint RMV-Sprecherin Eckweiler.

In Darmstadt und in Fulda gibt es in den Bussen (noch) keine Videoüberwachung. Die Fahrzeuge seien über Funk mit der Leitstelle verbunden. Die Sprecherin des Darmstädter Nahverkehrs-Betreibers HEAG mobilo betont aber, dass an zentralen Haltestellen rund 60 Live-Kameras aufgestellt seien.

Weniger Vandalismus

Insgesamt hat sich nach Ansicht der Nahverkehrs-Unternehmen der verstärkte Einsatz der Videoüberwachungs-Technik gelohnt. Die Vandalismus-Schäden wie aufgeschlitzte Sitze oder verkratzte Scheiben seien zurückgegangen, heißt es unisono. In Frankfurt wurde weniger Rauschgift-Konsum an den Stationen festgestellt. In Wiesbaden konnte dank der Technik die Polizei bei der Ermittlung von Straftaten unterstützt werden.

Alle Betriebe betonen, dass sie nicht erst seit den jüngsten Angriffen auf U-Bahn-Fahrer, Zugbegleiter und Fahrgäste auf die Verbesserung der Sicherheit setzen. "Sicherheit ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, damit öffentlicher Nahverkehr genutzt wird", weiß Mathias Carl, Geschäftsführer der MIT Bus GmbH von Gießen.

Sein Unternehmen beschränkt sich nicht auf Kamera- und Videoüberwachung, sondern sensibilisiert auch die Fahrer für den Umgang mit schwierigen Situationen. Für die Fahrer finden regelmäßig Sicherheits-Trainings statt. Technische Mittel nämlich könnten Gewalt alleine nicht verhindern, sagt Carl.
 
Redaktion: nobl / meve
 
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