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18.02.2010

Kontrolle der Gasheizung

Vorwürfe gegen Schornsteinfeger

 (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Hessische Schornsteinfeger bitten Hausbesitzer mit Verweis auf eine angeblich jedes Jahr vorgeschriebene Kontrolle der Gasheizung zur Kasse. Der Verband der Haus- und Grundeigentümer spricht von Irreführung und Panikmache.
 

Video: Vorwürfe gegen Schornsteinfeger 3:08 Min
(© hr | hessenschau, 18.02.2010)
Audio: Streit um Schornsteinfeger-Angebot 3:22 Min
(© Stefan Ehlert, hr, 18.02.2010)
Von hr-Reporter Stefan Ehlert

Vielen Hausbesitzen flattern dieser Tage freundliche Briefe ihres Schornsteinfegers ins Haus. Darin heißt es etwa: "Um Ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, sollten Sie für die jährliche Überprüfung der Gasinstallation sorgen." Nach den technischen Regeln für Gasinstallation sei das gesetzlich vorgeschrieben, legen manche der Werbebriefe nahe.

Vielen Lesern scheint klar: Die jährliche so genannte Gas-Hausschau sei Pflicht. Doch dies sei falsch und irreführend, klagt der Verband der Hauseigentümer und droht mit rechtlichen Schritten.
 

Haus und Grund: Bauernfängerei und Panikmache

Der Verband spricht von Bauernfängerei. Mit ihren Werbeschreiben würden Schornsteinfeger die Haus- und Wohnungsbesitzer verunsichern, sagt Wolf-Bodo Friers, Geschäftsführer von Haus und Grund in Frankfurt. Das Gebaren mancher Schornsteinfeger sei unseriös. Sie böten eine Leistung an, die auch andere oder die Besitzer selbst erbringen könnten - und verlangten eine Gebühr, die man sich sparen könne.

Je nach Höhe des Aufwands liegen die Kosten zwischen 17 und 58 Euro je Gasanschluss. Für Vermieter wie Volker Burkhardt ein teures Vergnügen. Er hat fünf Wohnungen in Frankfurt. Seine Mieter beschweren sich über die zusätzlichen Umlagen. Sein Schornsteinfeger habe ihn nicht darüber informiert, dass auch andere die Gas-Hausschau machen könnten, sagt Burkhardt.
 

Schornsteinfeger-Verband gibt Tipps für Werbung

Haus und Grund, mit 9.000 Mitgliedern einer der größten Hauseigentümerverbände in Deutschland, will den Schornsteinfegern jetzt die möglicherweise unlautere Werbung untersagen lassen. Friers droht mit rechtlichen Schritten: "Wir werden die Einzelfälle prüfen und gucken, wie man gegen so unwahre Behauptungen in der Öffentlichkeit vorgehen kann."

Nach Informationen von hr-iNFO hat der Landesverband des Schornsteinfegerhandwerks in einer internen Empfehlung an seine Mitglieder davon abgeraten, in der Kunden-Werbung von einer "Verpflichtung" zur jährlichen Gas-Hausschau zu sprechen und Kunden mit möglichen Schadenersatzforderungen zu konfrontieren.

Allerdings steht im Musterbrief, den die Verbandsoberen ihren Mitgliedern zur Verfügung gestellt haben: "Um ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen, sollen sie eine regelmäßige jährliche Überprüfung der Gasinstallation durchführen." Hauseigentümer-Vertreter Friers nennt das Panikmache.
 
Redaktion: frbe / roro
Bild: © picture-alliance/dpa - Archiv
Letzte Aktualisierung: 18.02.2010, 21:24 Uhr
 
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