Stehende Züge, wartende Passagiere - Vectus und die Hessische Landesbahn streiken.
Die Lokführer der Hessischen Landesbahn und der Verkehrsgesellschaft Vectus haben am Mittwoch für Stillstand auf zahlreichen Strecken gesorgt. Auch am Donnerstag wollen sie weiter streiken.
Für die Pendler kam der Ausstand am Mittwochmorgen unerwartet, und selbst einige Lokführer waren wohl nicht informiert. Auf ihren Internetseiten hatten die beiden Unternehmen kurzfristig mitgeteilt, dass sie ab 3.30 Uhr morgens streiken. "Die GDL hat die Aktion so kurzfristig angekündigt, dass selbst viele unserer Mitarbeiter zum Dienst erschienen sind, weil sie noch gar nichts davon wussten", sagte die Sprecherin der Hessischen Landesbahn (HLB), Susanne von Weyhe, am Mittwoch.
Dennoch hatte der Streik massive Folgen für den Schienenverkehr. Laut Notfahrplan fielen bei Vectus unter anderem Verbindungen zwischen Wiesbaden und Limburg sowie Koblenz und Limburg aus. Die HLB konnte nur wenige Züge in Mittelhessen und dem Taunus fahren lassen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ging von etwa 75 Prozent Ausfall aus. Die HLB sprach dagegen von einem geringeren Ausfall: Bei der HLB seien über 60 Prozent der Züge planmäßig gefahren, bei Vectus 35 Prozent.
Demo vor Frankfurter Hauptbahnhof geplant
Auch am Donnerstag will die GDL die Streiks fortsetzen. Am Vormittag ist eine Protestveranstaltung vor dem Frankfurter Hauptbahnhof geplant.
Mit dem Streik reagierte die Gewerkschaft auf das am Montag erklärte Scheitern der Verhandlungen. Die GDL hielt dem landeseigenen Bahnunternehmen vor, erneut ein nicht akzeptables Angebot unterbreitet zu haben. Es liege um bis zu acht Prozent unter dem bundesweit angestrebten Tarifniveau.
Die von der Landesbahn gewünschte Schlichtung ist für GDL-Chef Claus Weselsky derzeit keine Option. Die Arbeitgeber hätten die Ablehnung bewusst herbeigeführt. Eine HLB-Sprecherin hatte berichtet, dass die Geschäftsführung eine Schlichtung schriftlich vorgeschlagen habe.
Verhandlungen gescheitert
Am Montag waren Tarifverhandlungen zwischen Hessischer Landesbahn und GDL gescheitert. Die Gewerkschaft kritisierte, dass die Arbeitgeber nicht bereit gewesen seien, ihren Mitarbeitern das im Rahmenvertrag festgelegte Gehalt zu zahlen. Die Landesbahn-Vertreter zeigten sich überrascht vom Scheitern der Verhandlungen. Man habe den Beschäftigten deutlich höhere Löhne angeboten. Fünf Monate hatten Landesbahn und GDL um einen Tarifvertrag gerungen.