Bei der Einführung des Islamunterrichts hat Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) Ausdauer bewiesen. Zehntausende von muslimischen Schülern bekommen bald eine Alternative zur Koranschule. Ein Kommentar.
Ein Kommentar von hr-Landtagskorrespondent Christoph Scheffer
Herzlichen Glückwunsch, liebe FDP! Beim Thema Islamunterricht in Hessen habt Ihr geliefert! Es hat ein bisschen gedauert, aber ich finde: Es hat sich gelohnt.
2009 hatten die Liberalen das Versprechen eines islamischen Religionsunterrichts in den schwarz-gelben Koalitionsvertrag hinein verhandelt. Gegen den anhaltenden Widerstand der CDU. Das im Grundgesetz verankerte Recht der Glaubensgemeinschaften, als Partner des Staates Religionsunterricht in ihrer Konfession anzubieten es sollte auch für die Muslime gelten. Allen Schwierigkeiten zum Trotz.
Dauerbeschuss aus Reihen der CDU
Dabei so finde ich - hat vor allem FDP-Chef und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn Engagement und Ausdauer bewiesen. Er wollte keinen beliebigen Runden Tisch von Muslimen als Gegenüber, sondern verfassungsrechtlich anerkannte muslimische Organisationen als Partner des Staates.
Hahn ist diesen steinigen Weg gegangen gegen die Kritik der Opposition, die eine Verzögerungstaktik befürchtete, und vor allem gegen den Dauerbeschuss aus Reihen der CDU. Die islamfeindlichen Attacken des langjährigen CDU-Schulexperten Irmer waren nur der sichtbarste Ausdruck davon, dass dem größeren Koalitionspartner das ganze Projekt nicht passte.
Guter Tag für Muslime und Nicht-Muslime
Umso mehr ist dies ein guter Tag für das Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen in Hessen. Zehntausende von muslimischen Schülern bekommen endlich eine Alternative zur Koranschule einen Religionsunterricht in ihrer Konfession, unter staatlicher Aufsicht und in deutscher Sprache. Hier ist die liberale Handschrift in der Regierungskoalition einmal klar zu erkennen.