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7.02.2013

Nach Äußerung über Röslers Herkunft

Hahn fühlt sich falsch verstanden

Jörg-Uwe Hahn (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Jörg-Uwe Hahn (FDP)
Hinterhältige Attacke? FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn weist diese Kritik an seiner Äußerung über Philipp Röslers asiatisches Aussehen zurück. Er habe einen "weit verbreiteten Rassismus" angesprochen.
 
Video: Hahn stellt Rösler-Akzeptanz infrage 4:29 Min
(© hr | hessenschau 19:30, 07.02.2013)

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Die Reaktionen kamen schnell und sie waren hart. Sie gipfelten in dem Vorwurf, der hessische FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn habe die vietnamesische Herkunft des Bundesvorsitzenden Philip Rösler thematisiert, um ihn anzugreifen. Nach dem Wirbel um seine Äußerung erklärte Hahn am Donnerstagnachmittag ausdrücklich: Es sei ihm "keinesfalls um einen Angriff" auf Rösler gegangen. "Ich habe darauf hinweisen wollen, dass es in unserer Gesellschaft einen weit verbreiteten, oft unterschwelligen Rassismus gibt."

Dieses gesellschaftliche Problem dürfe nicht totgeschwiegen werden. Wer es bekämpfen wolle, müsse es vielmehr offen ansprechen, sagte Hahn, der Justiz- und Integrationsminister Hessens ist. Und er betonte: "Wer in meine Äußerungen etwas anderes als dies hineinliest, versteht mich falsch." An der Kompetenz Röslers als Vize-Kanzler und Parteivorsitzender habe er keine Zweifel.

Kurze Passage, große Aufregung

Zuvor hatte Hahn bereits via Twitter am Donnerstag seine Aussagen aus einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" (FNP, Donnerstag) verteidigt. Für Aufregung hatte eine kurze Passage gesorgt, in der er darüber nachdenkt, ob die Akzeptanz des FDP-Bundesvorsitzenden und Vizekanzlers Philipp Rösler auch in Verbindung zu dessen asiatischem Aussehen steht. Wörtlich sagte Hahn:

"Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren."

Die gesellschaftliche Debatte über die Rösler-Herkunft müsse geführt werden, so Hahn auf Twitter. "Wer daraus Kritik am Vizekanzler konstruiert, bewegt sich auf Stern-Niveau", schrieb Hahn mit Blick auf die Sexismus-Debatte. Der "Stern" hatte die Diskussion mit einem Bericht über den FDP-Fraktionschef im Bundestag, Rainer Brüderle, maßgeblich befeuert.
 

Opposition: "Erbärmlicher Stil"

Die Oppositionsparteien im hessischen Landtag kritisierten Hahn heftig für seine Äußerungen: Der SPD-Abgeordnete Günter Rudolph sprach von einer "hinterhältigen Attacke gegen seinen Parteivorsitzenden". Hahns Frage sei eine "stillose Entgleisung". SPD-Spitzenkandidat und Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel schrieb auf Twitter, dass ihm Rösler leid tue – "bei solchen Freunden".

Der Frankfurter Grünen-Bundestagsabgeordnete der Grünen, Omid Nouripour, warf Hahn vor, die Äußerung sei rassistisch. Grünen-Landeschef Tarek Al-Wazir fragte: "Könnte es sein, dass ein Teil des Akzeptanzproblems von Philipp Rösler in der FDP auch seine vietnamesische Herkunft ist?"

Die Fraktionschefin der Linkspartei, Janine Wissler, sprach von einem "erbärmlichen Stil". Hahn greife mit seiner Anspielung auf Röslers Aussehen "in die allerunterste Schublade des politischen Machtkampfs" und spiele mit rassistischen Ressentiments. Als Integrationsminister sei Hahn eine Fehlbesetzung.
 

FDP sieht "komische Interpretation"

Diese Vorwürfe seien "so dumm", dass er sie gar nicht kommentieren wolle, sagte Hahn dem hr. Auch andere FDP-Politiker konnten die Aufregung um die Zitate ihres Landesvorsitzenden nicht nachvollziehen. Wolfgang Greilich, Fraktionschef der Liberalen im Landtag, übte Medienkritik und sprach auf Twitter von einer "komischen Interpretation" durch den hr. hr-online hatte am Donnerstag wie andere Medien über Hahns Äußerung im FNP-Interview berichtet.
 

Liberaler: Unglücklich formuliert

Doch auch innerhalb der Liberalen gab es kritische Stimmen: So ließ der niedersächsische FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören Unbehagen mit Hahns Worten erkennen. Diese seien so "unglücklich" gewählt, dass es "durchaus zu Missdeutungen" kommen könne, sagte der in der Türkei geborene Integrationspolitiker dem Berliner "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). Tören betonte jedoch, er wolle dem hessischen Parteikollegen keinen Rassismus unterstellen.

Die CDU wollte am Donnerstag Hahn nicht öffentlich zur Seite springen. Der Wirbel um das Zeitungs-Interview sei eine interne Angelegenheit der FDP, hieß es.
 
Redaktion: beboe / kahu
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 8.02.2013, 8:39 Uhr
 
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