Die Reaktionen kamen schnell und sie waren hart. Sie gipfelten in dem Vorwurf, der hessische FDP-Landesvorsitzende Jörg-Uwe Hahn habe die vietnamesische Herkunft des Bundesvorsitzenden Philip Rösler thematisiert, um ihn anzugreifen. Nach dem Wirbel um seine Äußerung erklärte Hahn am Donnerstagnachmittag ausdrücklich: Es sei ihm "keinesfalls um einen Angriff" auf Rösler gegangen. "Ich habe darauf hinweisen wollen, dass es in unserer Gesellschaft einen weit verbreiteten, oft unterschwelligen Rassismus gibt."
Dieses gesellschaftliche Problem dürfe nicht totgeschwiegen werden. Wer es bekämpfen wolle, müsse es vielmehr offen ansprechen, sagte Hahn, der Justiz- und Integrationsminister Hessens ist. Und er betonte: "Wer in meine Äußerungen etwas anderes als dies hineinliest, versteht mich falsch." An der Kompetenz Röslers als Vize-Kanzler und Parteivorsitzender habe er keine Zweifel.
Kurze Passage, große Aufregung
Zuvor hatte Hahn bereits via
Twitter am Donnerstag seine Aussagen aus einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" (FNP, Donnerstag) verteidigt. Für Aufregung hatte eine kurze Passage gesorgt, in der er darüber nachdenkt, ob die Akzeptanz des FDP-Bundesvorsitzenden und Vizekanzlers Philipp Rösler auch in Verbindung zu dessen asiatischem Aussehen steht. Wörtlich sagte Hahn:
"Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren."
Die gesellschaftliche Debatte über die Rösler-Herkunft müsse geführt werden, so Hahn auf Twitter. "Wer daraus Kritik am Vizekanzler konstruiert, bewegt sich auf Stern-Niveau", schrieb Hahn mit Blick auf die Sexismus-Debatte. Der "Stern" hatte die Diskussion mit einem Bericht über den FDP-Fraktionschef im Bundestag, Rainer Brüderle, maßgeblich befeuert.