Im Anschluss an eine Demonstration vor dem griechischen Konsulat in Frankfurt ist es am Dienstagabend zu Ausschreitungen gekommen. Die Demonstranten wollten sich offenbar mit Autonomen in Griechenland solidarisieren.
Nach Polizeiangaben protestierten etwa 100 Menschen zunächst friedlich mit Transparenten und Plakaten vor dem Generalkonsulat im Frankfurter Stadtteil Bockenheim. Danach teilte sich die Menge in mehrere kleine Gruppen auf. Einige Demonstranten liefen in Richtung Innenstadt, die anderen zum Westbahnhof. Auf dem Weg stießen sie Bauzäune um, warfen Mülltonnen auf die Straße und zertrümmerten die Fensterscheibe einer Bank.
Demonstranten vermutlich keine Griechen
Augenzeugen berichteten, dass auch Steine in Richtung der Polizei geworfen wurden. Die Personalien von 14 Demonstranten wurden festgehalten, sieben Personen wurden vorübergehend in Verwahrung genommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit.
Ob es sich bei den Demonstranten um Studenten handelte, ließen die Ermittler offen. Man könne aber davon ausgehen, dass es sich bei den "allerwenigsten Beteiligten" um griechische Staatsbürger handelte.
"Zerstörungen machen uns traurig"
Im griechischen Konsulat in Frankfurt ging die Arbeit indes ihren gewohnten Lauf. "Es ist ein ganz normaler Arbeitstag", sagte die Leiterin des Konsulats, Stavroula Frangoyanni. Dass in Griechenland gestreikt werde, sei nichts ungewöhnliches - wie in anderen Ländern auch.
Die tagelangen Ausschreitungen in Griechenland hätten aber zu Betroffenheit unter den Mitarbeitern geführt. "Wir sind besorgt und hoffen, dass sehr schnell eine Lösung gefunden wird und das Alles zu einem Ende kommt", sagte Frangoyanni. "Diese Zerstörungen in Griechenland zu sehen, macht uns alle traurig."
Bereits Proteste in griechischer Botschaft in Berlin
Am Montag hatten rund 20 Demonstranten in Berlin die griechische Botschaft besetzt. Acht Stunden lang hielten sie sich friedlich in dem Gebäude auf, bis sie es am Abend verließen.
Nach Angaben von Botschaftsvertretern handelte es sich bei den Demonstranten um Griechen. Sie hätten in allen Räumen gesessen und ein Protestschreiben übergeben. An der Fassade brachten sie ein Transparent mit der deutschen Aufschrift: "Ermordet vom Staat" an. Vor dem Konsulat versammelten sich auch rund 60 Demonstranten.
Ausschreitungen in Athen gehen weiter
Nach dem Tod des Jungen am Samstagabend in Athen hatte eine Welle von Gewalt und Verwüstungen Griechenlands Hauptstadt Athen und andere Städte erfasst. Tagelang gab es schwere Krawalle und immer wieder Zusammenstöße von Autonomen und Sicherheitskräften.
Über den genauen Hergang der Ereignisse, die zum Tod des 15-Jährigen führten, herrscht nach wie vor Unklarheit. Am Mittwoch wurde in Griechenland landesweit gestreikt. Zu dem Streik hatten bereits vor zwei Wochen die zwei größten Gewerkschaften aufgerufen, um gegen die Lohnpolitik der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Kostas Karamanlis zu protestieren. Am Rande einer Demonstration kam es am Mittwoch in Athen zu neuen Ausschreitungen zwischen Autonomen und der Polizei.