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28.03.2009

Großdemonstration

"Wir zahlen nicht für eure Krise"

Tausende demonstrierten gegen die Krisenpolitik - Kundgebung auf dem Frankfurter Römer. (Bild:  picture-alliance/dpa)
Tausende demonstrierten gegen die Krisenpolitik - Kundgebung auf dem Frankfurter Römer.
Mehrere tausend Menschen haben in Frankfurt friedlich gegen die Krisenpolitik der Bundesregierung demonstriert. Sie forderten, Banken und Reiche mehr in die Pflicht zu nehmen. Aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus mehr als hundert Organisationen.
 

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Großdemo gegen Krisenpolitik 2:53 Min
(© hr, 28.03.2009)
Krisenpolitik bringt Tausende auf die Straße 2:58 Min
(© Torsten Harms, hr, 28.03.2009)
Die Demonstration unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise" war in Frankfurt am Samstagmittag mit Kundgebungen am Hauptbahnhof und an der Bockenheimer Warte gestartet. Auf dem Römerberg gab es am Nachmittag eine Abschlussveranstaltung.

Aufgerufen zu dem Protest hatten das Bündnis Attac, mehrere Umweltverbände, Gewerkschaften sowie die Parteien Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Die Polizei schätzte, dass rund 10.000 Menschen dem Aufruf gefolgt sind - erwartet worden waren doppelt soviele. Die Veranstalter sprachen dagegen von 25.000 Teilnehmern.
 

Gemeinsam gegen die Macht des Kapitals 

 
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Globaler Aktionstag

Auf Transparenten und Spruchbändern war unter anderem zu lesen: "Unser Wirtschaftssystem geht über Leichen" , "Stoppt den Bonuswahn" oder "Die Welt ist keine Ware". Mit den Protesten wollen die Organisatoren Druck auf die Regierungschefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer machen, die am 2. April zu einem Gipfel in London zusammenkommen.

Ähnliche Aktionen fanden am Samstag auch in Berlin sowie in anderen Ländern statt. Die Veranstalter kritisierten, die Milliarden, die zur Sanierung des Finanzsektors ausgegeben würden, dürften nicht auf Kosten der großen Mehrheit gehen.
 

Lafontaine mit Eiern beworfen

Linken-Parteichef Lafontaine musste sich gegen Äpfel und Eier verteidigen. (Bild:  picture-alliance/dpa)
Linken-Parteichef Lafontaine musste sich gegen Äpfel und Eier verteidigen.
Bei der Abschlusskundgebung auf dem Römerberg forderten Redner eine sozial und ökologisch gerechtere Weltwirtschaftsordnung. Der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Jochen Nagel, forderte höhere Steuern auf große Vermögen.

Zu einem Zwischenfall kam es bei der Rede von Linken-Parteichef Oskar Lafontaine. Er wurde bei seinem Auftritt mit Äpfeln und Eiern beworfen. Seine rund zehnminütige Ansprache konnte er nur unter dem Schutz von Schildern und Schirmen beenden.
 

Polizei war in Alarmbereitschaft

Nach Polizeiangaben ist die Demonstration sonst friedlich verlaufen. Die Polizei hatte sich auch auf gewaltbereite Gruppen eingestellt und war mit einem Großaufgebot von rund 2.000 Beamten vor Ort, teilweise wurden Straßen gesperrt und Halteverbote eingerichtet.

Mit Hundertschaften wurden zudem die Eingänge der Bankhochhäuser auf der Route der Demonstration geschützt. Einige aus Bonn angereiste Demonstranten berichteten von scharfen Polizeikontrollen ihrer Busse bei der Anreise. Es seien zwei Mitfahrer festgenommen worden.
 
Redaktion: mape / makn
Bilder: © picture-alliance/dpa (2)
 
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