Bei Demonstrationen treten die Autonomen meist vermummt auf.
Die hessischen Sicherheitsbehörden stufen die linksextreme Szene in Frankfurt weiter als gefährlich ein. Bei den rund 200 Mitglieder gebe es ein "hohes Niveau" der Gewaltbereitschaft, so der Verfassungsschutz.
Der selbsternannte Schwerpunkt der Autonomen liege in diesem Jahr im "Kampf gegen Rechts", teilte der Verfassungsschutz mit. Im März gingen Mitglieder der linken Szene mit Baseballschlägern auf Rechtsextremisten in Darmstadt los. Ein Verletzter musste im Krankenhaus behandelt werden. Im selben Monat störten Autonome eine Veranstaltung der Freien Wähler Bündnis für Frankfurt (BFF). Dabei wurde ein Stadtvertreter verletzt.
Anführer agieren "konspirativ"
Neben solchen Attacken prangerten die Mitglieder der linken Szene rechte oder vermeintlich rechte Politiker auch im Internet an. Auf diese "Enttarnung" folgten oft Sachbeschädigungen, die Behörden berichten von zerstochenen Autoreifen oder verschmierten Hauswänden. Bei diesen Aktionen bestehe die Gefahr einer Eskalation. Der harte Kern der Autonomen würde mittlerweile sehr konspirativ agiere und Tarnnamen sowie wechselnde Telefonnummern verwenden.
Die Frankfurter Polizei schätzt die Lage in diesem Jahr etwas ruhiger ein, als im Jahr 2008. Im Oktober des Vorjahrs hatte speziell die "Nachttanzdemo" für Aufsehen gesorgt. Autonome hatten damals Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen, ein Einsatzfahrzeug war im Frankfurter Stadtteil Bockenheim mit Brandsätzen und einer Stahlstange attackiert worden.