Werden nicht outgesourct: die Beschäftigten der Bodendienste.
Die Bodendienste am Frankfurter Flughafen werden nicht ausgegliedert. Darauf einigten sich Flughafenbetreiber Fraport und Gewerkschaft ver.di am Sonntagabend.
Monatelang hatten Fraport und ver.di um eine Tarifeinigung für das Bodenpersonal des Flughafens gerungen, am Sonntagabend kam der Durchbruch: Danach bleiben die rund 5.500 Beschäftigten im Bodenverkehrsdienst Angestellte der Fraport. Betriebsbedingte Kündigungen und Ausgliederungen von einzelnen Geschäftsbereichen seien ausgeschlossen, teilten Vertreter der Verhandlungsparteien am Montag
gemeinsam mit.
Ver.di konnte nach eigenen Angaben in allen offenen Punkten mit der Arbeitgeberseite eine Einigung erreichen. Ein Streik, mit dem die Gewerkschaft immer wieder gedroht hatte, wurde damit abgewendet.
Verzicht auf betriebliche Leistungen
Fraport hatte von den Arbeitnehmern Kostensenkungsbeiträge gefordert, um das defizitäre Geschäftsfeld wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Nach eigenen Angaben hatte Fraport in den ersten neun Monaten in dem Bereich der Bodendienste einen Verlust von 4,5 Millionen Euro erlitten und deshalb mit der Ausgliederung oder dem Verkauf des gesamten Betriebsteils gedroht.
Dies konnte ver.di nun abwenden. Im Gegenzug verzichten die Beschäftigten auf betriebliche Leistungen. Die Beschäftigten müssen der Tarifeinigung in den kommenden Tagen noch zustimmen. Zu den Bodendiensten gehören unter anderem das Betanken, Reinigen und Beladen der Flugzeuge.
Einschnitte für neu eingestellte Mitarbeiter
Mit Einsparungen im Personalbereich in Höhe von rund 40 Millionen Euro solle das defizitäre Geschäftsfeld in fünf Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Die neuen Beschlüsse beträfen sowohl die
aktuellen als auch zukünftig eingestellte Mitarbeiter der Bodendienste.
Ver.di-Fachbereichsleiter Gerold Schaub machte deutlich: "Die Einschnitte betreffen vor allem die Neueinstellungen." Die Entgelte sollen um etwa 20 Prozent reduziert werden, sagte Schulte. Damit sei die Arbeit der Angestellten der Fraport AG immer noch teurer als die bei der Tochtergesellschaft APS. Mit der Inbetriebnahme der neuen Landebahn plane das Unternehmen weitere Neueinstellungen. "Etwa 55 Prozent der Arbeitnehmer sollen dann aber bei der Mutter (Fraport AG) eingestellt werden", so Schulte.