Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Randalierern im Mai in Berlin.
Steine auf eigene Kollegen geworfen: Weil er bei einer Demo andere Polizisten attackierte, ist ein Frankfurter Bundespolizist am Mittwoch zu einem Jahr und vier Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Der Verurteilte hat nach Überzeugung des Amtsgericht Berlin- Tiergarten bei den Berliner Mai-Krawallen drei Steine auf Polizisten geworfen. Als besonders strafverschärfend wertete das Gericht die berufliche Stellung des 24-jährigen Polizisten. Wenn Polizisten gefährliche Straftaten begingen, werde das Vertrauen der Bevölkerung in die Rechtsordnung besonders erschüttert, sagte am Mittwoch die Vorsitzende Richterin des Amtsgerichts. Der Polizist ist derzeit vom Dienst suspendiert. Bei den Krawallen am 1. Mai dieses Jahres in Berlin rund um das Kottbusser waren mehr als 400 Polizisten verletzt worden.
Polizisten belasten Kollegen
Vor Gericht schwieg der Angeklagte.
Der Bundespolizist war am Frankfurter Flughafen stationiert. Am 1. Mai war der ursprünglich aus Berlin stammende Mann zu Besuch in der Hauptstadt. Während der Demonstrationen warf er in angetrunkenem Zustand die Steine auf seine uniformierten Kollegen. Dabei wurde er von einem anderen Bundespolizisten, der sich ebenfalls privat in Berlin aufhielt, beobachtet. Auf der Rückfahrt mit der Bahn erkannte der Zeuge den Steinewerfer wieder und verständigte andere Polizeibeamte in dem Zug. Sie nahmen den Beschuldigten fest.
Karriere zu Ende
Vor Gericht äußerte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen. Die Verteidigung versuchte während der Verhandlung, die Glaubwürdigkeit der Zeugen in Frage zu stellen und forderte Freispruch. Dem folgte das Gericht jedoch nicht.
Fallen gelassen wurde der Vorwurf des Landfriedensbruchs, da der Angeklagte nicht aus einer Menschemnmenge heraus, sondern als Einzeltäter agierte. Nichtsdestotrotz wird der 24-Jährige aus dem Polizeidienst entlassen, sollte das Urteil rechtskräftig werden.