hr-online Informationen aus Hessen
ARD.de Hilfe Feedback
 
 
Ab Donnerstag soll der Vorfeldverkehr wieder regulär rollen. (Bild:  picture-alliance/dpa)
Ab Donnerstag soll der Vorfeldverkehr wieder regulär rollen.
22.02.2012

Neues Gesprächsangebot

Flughafen-Streik beendet

Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat ihren Streik am Frankfurter Flughafen beendet. Betreiber Fraport hatte der GdF ein neues Gesprächsangebot gemacht. Am Donnerstag werden trotzdem noch Flüge ausfallen.
 

Video: Flughafen: GdF beendet Streik 1:35 Min
(© hr | hessenschau, 22.02.2012)

Mehr zum Thema

Der Streik der Vorfeld-Beschäftigten wurde mit Beginn der Nachtschicht am Mittwoch um 21 Uhr ausgesetzt. Wegen der gekappten Flugzeugumläufe fallen aber auch am Donnerstag noch eine Vielzahl geplanter Flüge aus. Allein die Lufthansa hatte am Abend für den Folgetag 155 Flüge von oder nach Frankfurt gestrichen.

Entscheidend für das Einlenken der Gewerkschaft sei das schriftliche Gesprächsangebot von Fraport gewesen, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers. Am Donnerstag solle möglichst auf Vorstandsebene verhandelt werden. Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Gespräche der Verhandlungen sei gewesen, dass es keine Vorbedingungen gebe.

Schulte: "Neustart ohne Vorbedingungen"

Fraport hatte sich am fünften Tag des Frankfurter Flughafenstreiks gesprächsbereit gezeigt. Konzernchef Stefan Schulte schrieb an GdF-Tariufvorstand Siebers: "Beide Seiten sollten mit einem neuen Start ohne Vorbedingungen Lösungen suchen." Das Angebot sei lediglich mit der Aufforderung verbunden, die Streikmaßnahmen zu beenden.

Der Konzern sei bereits in einigen Punkten auf die "hohen Forderungen" der Gewerkschaft eingegangen, sagte Schulte. Im Bereich der Vorfeldkontrolle seien diese nahezu erfüllt worden. Den 85 Vorfeldlotsen stellte er eine Bezahlung auf dem Niveau des Pilotabschlusses in München in Aussicht.

Korb für die geringer qualifizierten Einweiser

Für die Bereiche Verkehrszentrale und Vorfeldaufsicht seien die Forderungen im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten in anderen Bereichen aber so hoch, "dass sie in keiner Relation mehr zu diesen stehen und das Gehaltsgefüge insgesamt sprengen", fügte Schulte hinzu. Hier müsse die GdF kompromissbereit sein.

Damit meint Schulte die geringer qualifizierten Flugzeugeinweiser in den "Follow-Me-Autos" und die 29 Angestellten, die die jeweiligen Gates und Parkpositionen für die Flugzeuge planen. "Das ist eigentlich ein normaler Bürojob", meinte Schulte. Er könne nicht nachvollziehen, warum diese Leute jährlich bis zu 60.000 Euro verdienen sollen.
 
hr - Gebühren für gutes Programm
Informationen zur Rundfunkgebühr

90 Prozent der Flüge am Mittwoch

Audio: Fraport und GdF verhandeln wieder 2:36 Min
(© Micha Brüssel de Laskay, hr, 22.02.2012)
Der Streik verlor in den vergangenen Tagen immer mehr von seinem Schrecken. Laut Schulte konnten am Mittwoch schon wieder rund 90 Prozent der Flüge in Frankfurt stattfinden - trotz des Ausstands der Flugzeug-Einweiser. Nur noch jeder zehnte Flug fiel aus. Am Donnerstag vergangener Woche musste noch jeder zweite Flug gestrichen werden.

Fraport hatte nach Schultes Worten bereits vor zwei Jahren damit begonnen sich auf einen möglichen Streik der Vorfeldlotsen vorzubereiten und ehemals in dem Bereich beschäftigte Leute an Simulatoren geschult. Die eingesetzten Ersatzkräfte verfügten über alle notwendigen Qualifikationen. Bei der Sicherheit würden keine Abstriche gemacht, versicherte Schulte.
 

Lufthansa leidet am meisten unter Streik

Information

Info-Telefone

Flughafenbetreiber Fraport beantwortet Fragen unter der Telefon-Nummer 01805/3724636. Die Service-Nummer der Lufthansa lautet: 01805/805805
Die täglichen Umsatzverluste betrügen wegen der immer besser werdenden Performance der Ersatzmannschaften nur noch einige 100.000 Euro für die Fraport, sagte der Vorstandschef. Vom Hauptkunden Lufthansa wie auch von den anderen Airlines erfahre man viel Rückendeckung.

Größtes Streikopfer ist die Lufthansa. In den ersten vier Streiktagen gab es laut einer Sprecherin knapp 700 Flugausfälle. Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer sprach in der "Financial Times Deutschlands" von Verlusten im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Streit ums Geld

Hintergrund des Streiks ist der festgefahrene Tarifkonflikt, in dem es vor allem um Gehaltserhöhungen geht. Seit vergangenem Donnerstag streiken am größten deutschen Flughafen 200 Flugzeugeinweiser und wollen damit Lohnerhöhungen erreichen.

Fraport will zwar die Forderungen für die Vorfeldlotsen weitgehend erfüllen, nicht aber die Berufsgruppen der Einweiser und der Disponenten ebenfalls aus ihrem Tarifgefüge entlassen. Die GdF dagegen hatte stets darauf gepocht, nur auf Basis des bereits ergangenen Schlichterspruchs mit Fraport verhandeln zu wollen. Das lehnt Fraport ab mit der Begründung, dass dadurch das Gehaltsgefüge innerhalb des Unternehmens gesprengt werden würde. Pikanterweise hatte Fraport selbst den Schlichter, den früheren Hamburger Bürgermeister Ole von Beust, eingesetzt.
 

Forderung der Streikenden am Frankfurter Flughafen

  • Vorfeldkontrolleure: Bislang verdienen sie zwischen 53.000 und knapp 70.000 Euro im Jahr. Die GdF fordert laut Fraport eine Steigerung der Grundgehälter auf knapp 80.000 bis 87.000 Euro pro Jahr. Zudem verlangt die GdF eine Arbeitszeitverkürzung um 13 Prozent.

  • Vorfeldaufsicht: Für sie soll es nach dem Willen der GdF Spitzengehälter von 60.700 Euro im Jahr geben, bislang sind es 42.000 Euro. Die Nettoarbeitszeit soll um zehn Prozent reduziert werden.

  • Verkehrszentrale: Die Mitarbeiter verdienen bislang bis zu knapp 52.000 Euro. Als Spitzengehalt sind ebenfalls 60.700 Euro anvisiert, zudem zehn Prozent weniger Arbeitszeit.

Für alle drei Bereiche verlangt die GdF außerdem zehn Prozent höhere Zulagen.
 
Diese Seite bei Facebook, Twitter oder Google+ teilen:
Redaktion: phsc / aba
Letzte Aktualisierung: 22.02.2012, 23:01 Uhr
 
Hessenkarte Rhein-Main Nordhessen Mittelhessen Osthessen Südhessen
 

Nachrichten

 

Blog

hr1-Marathonheldin

Ulrike Klein bloggt über den Weg zum ersten Marathon ihres Lebens am 28. Oktober in Frankfurt. [hier]
 

Börse aktuell

 (Bild: )

Flugpläne

Ankunft- und Abflugzeiten am Frankfurter Flughafen. [mehr]
 

hr-Studio Wiesbaden

Video: hr-Studio Wiesbaden 6:05 Min
(Hessischer Rundfunk, 20.10.2010)
 

Radio

hr4 in der Region

Themen aus dem Rhein-Main-Gebiet sendet das hr4-Studio in Darmstadt.

hr4-Südhessen/ Rhein-Main:
Montag bis Freitag 9:30 bis 9:35 Uhr, 12:30 bis 12:35 Uhr, 14.30 bis 14.35 Uhr, 16:05 bis 17:00 Uhr [hr4]
 

RSS-Newsfeed

Alle Schlagzeilen
auf Ihrem Desktop

Mit dem RSS-Feed sind Sie immer über das Neueste aus Hessen informiert. Fügen Sie einfach den folgenden Link in Ihren RSS-Reader ein: [RSS-Link]

[Was ist ein RSS-Feed?]
 
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.