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25.07.2012

Auflagen missachtet

Tierschützer Watson auf der Flucht

Paul Watson vor dem Gefängnis in Frankfurt (Bild:  Rhode/Storch - Archiv)
Paul Watson vor dem Gefängnis in Frankfurt
Der nur unter Auflagen freigelassene Umweltaktivist Paul Watson ist aus Deutschland geflohen. Das Oberlandesgericht Frankfurt setzte daraufhin einen Haftbefehl gegen den Walschützer wieder in Kraft.
 
Der kanadische Tierschutzaktivist Watson war am 13. Mai auf dem Frankfurter Flughafen festgenommen worden, weil Costa Rica ihn wegen gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr weltweit suchen ließ. Wenige Tage später setzte das Oberlandesgericht Frankfurt den 61-Jährigen dann wieder auf freien Fuß - gegen eine Kaution von 250.000 Euro und die Auflage, sich regelmäßig bei den Behörden zu melden und Deutschland nicht zu verlassen.

An diese Auflagen hielt sich Watson nicht. Er habe sich nicht wie vorgeschrieben gemeldet, teilte das Oberlandesgericht am Mittwoch mit. Auf Nachfrage habe Watsons Anwalt nun mitgeteilt, sein Mandant habe Deutschland mit unbekanntem Ziel verlassen. Nun sucht ihn auch das deutsche Gericht per Haftbefehl, "da Watson durch seine Flucht gezeigt hat, dass das in ihn gesetzte Vertrauen nicht gerechtfertigt war", wie ein Sprecher sagte. Die Generalstaasanwaltschaft will nun beantragen, die Kaution von einer Viertelmillion Euro der Staatskasse zufallen zu lassen.
 

Auftritt mit Pamela Anderson

 (Bild:  picture-alliance/dpa)
Pamela Anderson mit Paul Watson bei einer Veranstaltung in Frankfurt
Die Festnahme Watsons wegen des Auslieferungsersuchens aus Costa Rica hatte international für Aufsehen gesorgt. So hatte US-Schauspielerin Pamela Anderson den Tierschutzaktivisten mit einem Auftritt vor Journalisten in Frankfurt unterstützt.

Costa Rica stützt sein Auslieferungsersuchen auf einen Vorfall im Jahr 2002, als Watson die Crew eines Schiffes aus Costa Rica bedroht haben soll. Nach Angaben von Watsons Organisation Sea Shepherd hatten die Aktivisten damals gegen das sogenannte Shark-Finning des costa-ricanischen Schiffs protestiert, bei dem Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgetrennt werden. Es seien weder Menschen verletzt worden noch Sachschaden entstanden, erklärten die Umweltschützer.

Watson hatte an Bundesregierung appelliert

Watson hatte die Bundesregierung aufgefordert, seine Auslieferung zu verhindern. Er sei in einem Gefängnis in Costa Rica nicht sicher. Mit Haifischflossen werde sehr viel Geld verdient, "und mit Geld wird viel Macht gekauft", sagte er bei der Veranstaltung mit Pamela Anderson. "Ich vertraue darauf, dass die Bundesrepublik mich nirgends hinschickt, wo mir Gefahr an Leib und Leben droht."
 
Redaktion: frbe / end
Bilder: © Rhode/Storch - Archiv (1), © picture-alliance/dpa (1)
Letzte Aktualisierung: 25.07.2012, 13:03 Uhr
 
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