Im Streit um das Kraulverbot im Gelnhäuser Hallenbad ist ein Kompromiss gefunden worden. Kraul, Delfin und Rückenkraul sind künftig auch Freitagabends wieder erlaubt - aber nur bedingt.
Schwimmen wie sie wollen, können Badegäste in Gelnhausen auch künftig nicht. Die Schwimmstile Kraul, Rückenkraul und Delfin dürfen nur auf mit Leinen abgetrennten Bahnen geschwommen werden. So lautet der Kompromiss zwischen Hallenbadzweckverband und Lokalpolitikern. Das Kraulverbot am Freitagabend wurde allerdings gelockert: Künftig soll nun auch Freitagabends eine Bahn für sportliche Schwimmer abgesperrt werden.
Langsame Breitensportler sollen mit den abgehängten Bahnen vor schnellen Leistungsschwimmern geschützt werden, erklärte der Bürgermeister von Linsengericht, Albert Ungermann (SPD). Er gehört zum Vorstand des Hallenbadzweckverbandes, der das Bad betreibt. "Es stört ungeübte Schwimmer, wenn an ihnen permanent schnell vorbeigeschwommen wird und Wellen überschwappen", sagte Ungermann dem hr.
"Einziges Brustschwimmbad der Welt"
Der kuriose Streit um die Schwimmstile machte das Gelnhäuser Hallenbad weit über die Kreisgrenze hinaus gekannt: Leistungsschwimmern war es Freitagabends zwischen 19 und 22 Uhr verboten worden, in dem 25-Meter-Becken zu kraulen.
Das hatte eine neue Badeordnung so geregelt: "Das Schwimmen in der Stilart Kraul-, Delfin- und Rückenkraulschwimmen während des öffentlichen Badebetriebs ist nur bei freigegebenen Bahnen erlaubt." Spötter sprachen vom einzigen Brustschwimmbad der Welt.
Wettkampfschwimmer ausgeschlossen
Der Bürgermeister von Gelnhausen, Thorsten Stolz (SPD), war gegen das Kraulverbot. Den neuen Kompromiss trägt er aber mit. "Seitens der Stadt Gelnhausen können wir mit dem erarbeiteten Kompromiss leben." Ob es reicht, lediglich eine Bahn abzutrennen, darüber kann man sich letztendlich streiten.
Ausdrücklich ausgeschlossen soll vom Schwimmen am Freitagabend auch künftig der Wettkampfsport sein. Damit will der Hallenbadzweckverband den Schwimmverein aus dem Bad draußen halten. Der Verein reagierte entsprechend unzufrieden auf den Kompromiss. Der Vorstand sagte dem hr, die Regelung sei genauso "blöd" wie die davor.