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9.12.2012

Norovirus auf Kreuzfahrtschiff

Erkrankte Passagiere abgereist

Rettungskräfte auf der MS Bellvira (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Rettungskräfte auf der MS Bellvira
Die rund 70 mit dem Norovirus infizierten Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes auf dem Rhein haben am Sonntag von Wiesbaden aus in Bussen die Heimreise angetreten. Das Schiff musste dagegen an der Anlegestelle bleiben.
 
Video: Rund 70 Schiffsgäste mit Norovirus 3:37 Min
(© hr | hessenschau, 08.12.2012)
Die Busse brachten die Passagiere der "MS Bellriva" nach Köln. Dort sollte auch planmäßig der Kurzurlaub der Reisenden enden, wie ein Sprecher der Feuerwehr in Wiesbaden mitteilte. Zwei Passagiere wurden aber weiter im Krankenhaus behandelt. Sie dürften wohl in ein bis zwei Tagen gehen, sagte eine Sprecherin der Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden am Sonntag. Ursprünglich waren vier Passagiere ins Krankenhaus gekommen.

Dem Schiff wurde die Weiterfahrt untersagt, bis es gründlich gereinigt und desinfiziert ist. Dies war für den Nachmittag geplant. Die "MS Bellriva" liegt seit Freitagabend an der Anlegestelle im Wiesbadener Stadtteil Biebrich. Es war von Köln gekommen. An Bord waren 145 Passagiere und 42 Crew-Mitglieder. Bis zum Samstagnachmittag hatte das Schiff unter Quarantäne gestanden.

Die Erkrankten, alle über 60 Jahre alt, litten unter quälender Übelkeit und Brechdurchfall. Der Wiesbadener Gesundheitsdezernent, Arno Goßmann, hatte bestätigt, dass die Magen-Darm-Erkrankungen auf dem Hotelschiff auf dem Rhein auf das hoch ansteckende Norovirus zurückzuführen sei. Das hätten Untersuchungen ergeben.
 

Norovirus auf Kreuzfahrtschiff 

 
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Rund 70 Rettungskräfte waren am Freitag gegen Mitternacht mit einem Großaufgebot angerückt, um die erkrankten Schiffsgäste zu versorgen. Die Zahl der Erkrankten war im Laufe des Samstags dann gestiegen.

Das Schiff war erst im Frühjahr dieses Jahres in die Schlagzeilen geraten. Es war bei Karlsruhe von einem Lotsen auf Grund gesetzt und dabei fast versenkt worden.
 

Erkrankungen auf weiterem Rheinschiff

Die Rettungskräfte waren um Mitternacht angerückt. (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Sanitäter waren um Mitternacht angerückt.
Am Sonntag kam es auf dem Rhein erneut zu einer Brechdurchfallwelle. Auf einem mit 210 Gästen besetzten Hotelschiff im Breisgau erkrankten mindestens 85 Passagiere, neun von ihnen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Polizei in Freiburg hatten die Erkrankungen bereits in Straßburg begonnen. Ob sie durch das Norovirus ausgelöst worden sind, ist noch unklar.

Bereits im Sommer waren 15 Menschen an Bord eines Kreuzfahrtschiffs erkrankt, das auf der Mosel bei Cochem unterwegs war. Auf einer Rhein-Kreuzfahrt zum Jahreswechsel 2010/11 erkrankten 150 britische Touristen und lagen bei Koblenz fest. Im November 2008 stand ein britisches Urlaubsschiff auf dem Rhein vor Boppard ebenfalls unter Quarantäne, weil sich mindestens 37 Menschen mit dem Norovirus infiziert hatten.
 
Stichwort: Norovirus

Noroviren gehören zu den häufigsten Erregern für plötzlich auftretenden Brechdurchfall. Sie sind leicht übertragbar. Typische Symptome sind neben Übelkeit, Durchfällen und Erbrechen auch Bauchschmerzen und Mattigkeit. Die Erreger werden über den Stuhl oder über Erbrochenes ausgeschieden. Sie können über Schmierinfektionen direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Aber auch Speisen und Getränke - etwa verunreinigtes Wasser - sind eine mögliche Infektionsquelle.

Noroviren sind gegen Umwelteinflüsse wie Temperaturschwankungen resistent und können länger als zwölf Tage auf verunreinigten Flächen ansteckend bleiben. Gerade auf Kreuzfahrtschiffen kommt es immer wieder zu Problemen. Ursache könnte unter anderem der enge Raum sein, auf dem die Reisenden leben.
 
Redaktion: meve / alb
Bilder: © picture-alliance/dpa (2)
Letzte Aktualisierung: 9.12.2012, 20:33 Uhr
 
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